13.01.2003

MESSLATTE

Bildquelle: KLt

Forderungskatalog an neue Regierung

Unzufrieden mit den derzeitigen Rahmenbedingungen sind die Branchenvertreter der Kommunikationswirtschaft.

Der Fachverband der Telekommunikations- und Rundfunkunternehmungen in der Wirtschaftskammer Österreich [WKÖ] hat daher ein "Positionspapier" verabschiedet, das sich an die kommende Bundesregierung richtet.

Gleich eine "Flut von Belastungen" ortete Fachverbandsobfrau Alfreda Bergmann-Fiala für die Kabel-TV-Betreiber. Diese wünschen sich unter anderem eine rasche Reform des Urheberrechts - die Implementierung einer entsprechenden EU-Richtlinie wurde im Zuge der Neuwahlen im vergangenen Herbst vorerst aufgeschoben - sowie eine Neuordnung und Vereinfachung des Systems der Rechteverwertung.

Hier sei nämlich keine Transparenz gegeben, kritisierte Bergmann-Fiala: Die Verwertungsgesellschaften hätten ein "Quasi-Monopol", die Künstler, deren Rechte wahrgenommen werden sollen, würden aber nicht profitieren.

"Überholte" Strukturen

Außerdem wollen die Kabelbetreiber nicht mehr dazu verpflichtet sein, den bundesweiten privaten Fernsehsender in ihre Netze aufzunehmen ["must carry"].

Als "absolut überholt" schließlich bezeichnete Bergmann-Fiala die Tatsache, dass die Kabel-TV-Tarife nach wie vor von der Paritätischen Lohn- und Preiskommission festgesetzt werden: "Heizöl und Kabel-TV ist noch in dieser Kommission geblieben - das entmündigt eine ganze Branche."

Keine "Sheriffs der Nation"

"Wir sind nicht die Sheriffs der Nation", stellt unterdessen Erich Cibulka, Vorsitzender der Berufsgruppe Telekommunikation, klar.

Damit sprach er sich gegen die Kostenüberwälzung auf die Betreiber bei der Überwachung des Telefonverkehrs aus. Diese Überwachung müsse an sieben Tagen der Woche rund um die Uhr gewährleistet sein.

Für die Betreiber bedeute das zusätzliche Kosten "für eine hochtechnologische Ausrüstung" sowie die Notwendigkeit zusätzlicher Arbeitskräfte.