Rauer interner Wind gegen AOL
Der weltweit größte Medienkonzern AOL Time Warner wird nach einem Bericht der "Washington Post" wegen der anhaltenden Flaute seiner Internet-Sparte AOL im vierten Quartal eine Firmenwertabschreibung von zehn Mrd. USD verbuchen.
Wie die Zeitung berichtet, habe der Konzern Analysten eine "substanzielle" Abschreibung bei der Präsentation der Geschäftsbilanz am 29. Jänner angekündigt. Dem Bericht zufolge wäre dies das zweite Mal, dass der Konzern den Wert der Internet-Sparte berichtigt. Bereits im ersten Quartal 2002 hatte das Unternehmen 54 Mrd. USD abgeschrieben.
AOL will Kosten "unerbitterlich" senken
America Online will seine Kosten in diesem Jahr "unerbittlich"
senken. Erreichen wolle der Online-Dienst das durch die Verringerung
seiner Marketingkosten von rund einer Mrd. USD und den Abbau eines
Teils der derzeitigen Belegschaft von 18.000 Personen, schreibt die
"Washington Post".
AOLDenn das Unternehmen sei nicht in der Lage gewesen, seine Kundenbasis stärker auszubauen. Gleichzeitig sei die Werbung deutlich zurückgegangen. Finanzchef Wayne Pace beschrieb das Jahr 2003 als ein "Reset"-Jahr für die Online-Tochter. Sie sei die einzige größere Sparte von AOL Time Warner, die sich schlecht entwickle.
Darüber hinaus will AOL Time Warner seine TV-Kabelsparte im zweiten Quartal dieses Jahres an die Börse bringen.
Das teilte Pace am Donnerstagabend mit. AOL Time Warner will nach dem Börsengang der Sparte etwa 70 Prozent an Time Warner Cable halten.
