09.01.2003

ORAKEL

Bildquelle: waldt

VOD in Europa erst ab 2005 mit Chancen

Europa ist zurzeit noch kein fruchtbarer Boden für Video-on-Demand-Services [VOD]. Eine aktuelle Studie des Marktforschers Forrester Research sieht das Zeitalter von VOD frühestens 2005 anbrechen.

Derzeit würden zu hohe Kosten für die Technologie, Probleme mit dem Content sowie die Konkurrenz der boomenden DVD das Geschäft mit VOD nicht fördern.

Ab 2005 erwartet Forrester aber wegen besserer und billigerer Technologie ein dynamischeres Umfeld. Zudem werde der Druck durch unautorisierte Online-Dienste bis dahin ähnliche Ausmaße erreichen wie schon jetzt bei der Musikindustrie.

Konkurrenz durch DVD

2002 stiegen die Verkäufe von DVD-Playern in Europa um 155 Prozent. Die Verbreitung von DVD-Playern in europäischen Haushalten liegt bei 19 Prozent, bis 2005 erwartet Forrester eine Explosion auf 53 Prozent. Die DVD ist damit derzeit der größte Konkurrent von VOD.

Ab 2005 prognostiziert der Marktforscher einen Umschwung, weil bis dahin die meisten Hersteller die Massenproduktion von MPEG-4-Set-Top-Boxen starten werden. Dadurch werde einerseits Bandbreite gespart und andererseits die Technologie billiger. Zudem sollen 2005 europaweit geschätzte zwei Mio. Konsumenten Zugang zu VOD haben, zurzeit sind es lediglich rund 100.000.

Entscheidend für den Erfolg von VOD beim Konsumenten sind aber laut Forrester die Inhalte, vor allem Kino-Blockbuster und sonstiger Prime-Time-Content.

Eine dynamische Entwicklung des Marktes erwartet die Studie diesbezüglich vor allem wegen des steigenden Drucks durch Peer-to-Peer-Systeme im Internet auf Grund verbesserter Qualität sowie gesteigerter Download-Geschwindigkeit bei Video-Files. Dadurch werden bis 2005 Hollywood-Studios wie schon jetzt die Musikindustrie andere Vertriebsmodelle ins Auge fassen.