Grundig soll wieder "Minerva" werden
Das Wiener Grundig-Werk in Meidling soll in Zukunft wieder den traditionsreichen Namen "Minerva" tragen. Das teilte eine Sprecherin des österreichischen Investors Mirko Kovats, der den Zuschlag für die Übernahme des Werkes erhalten hat, am Mittwoch mit.
Voraussetzung für die Um- bzw. Rückbenennung sei ein erfolgreicher Abschluss der Verträge mit der deutschen Grundig AG. Dieser ist für März in Aussicht gestellt.
Kovats hat bei einer Betriebsversammlung am Mittwoch auch eine neue Leitung präsentiert: Die beiden langjährigen Mitarbeiter Sabina Paschek und Günther Bauer werden als Geschäftsführer eingesetzt. Der bisherige Geschäftsführer Herbert Mraz soll als Berater weiterhin zur Verfügung stehen.
Standort "für drei Jahre gesichert"
Kovats strebt mittelfristig eine Entflechtung vom deutschen
Mutterkonzern an. Von den derzeit rund 800 Mitarbeitern sollen in
Zukunft "knapp unter 700" im neuen Unternehmen arbeiten, 100
Personen bei einer Vertriebstochter, die im Konzern verbleibt. Der
Standort Wien soll jedenfalls für die kommenden drei Jahre gesichert
sein.
Der verkauf des Wiener WerksWas den Betriebsrat freut
Betriebsratschef Günther Hruby zeigte sich nach der Betriebsversammlung erfreut: "Jetzt hoffen wir, dass wir ganz viel verkaufen, damit die Arbeitsplätze erhalten werden." Eine Garantie dafür könne natürlich niemand abgeben, "aber es hat auch Übernahme-Kandidaten gegeben, die nur die Maschinen abmontiert hätten", betonte Hruby.
Kovats hat sich im vergangenen Dezember mit Grundig über den Kauf des Werkes, in dem TV-Geräte produziert werden, geeinigt.
Zuvor waren Meldungen aufgetaucht, der verschuldete Grundig-Konzern könnte das Werk schließen. Kovats ist unter anderem bereits an Emco, ATB Antriebstechnik und Austrian Energy beteiligt.
Anno 1968
Das Grundig-Zeitalter hatte in Österreich 1968 begonnen: Damals
hatte die deutsche Grundig AG mit der Wiener Radio- und
Fernsehgerätefabrik Minerva Radio W. Wohlleber Co die Wiener
Traditionsmarke "Minerva" geschluckt. Die wiederum hatte den
österreichischen Nachkriegsmarkt mit dem Radiobausatz "Heinzelmann"
erobert.
Die Geschichte des Unternehmens
