Deutsche Buchbranche startet Textsuche
Mit einer Online-Datenbank reagiert die deutsche Buchbranche auf das umstrittene Google Books.
Das neue Angebot werde am Mittwoch auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt, kündigte der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Gottfried Honnefelder, an.
Vom nächsten Jahr an können Internet-Nutzer dort deutsche Bücher im Volltext nach beliebigen Begriffen durchsuchen. "Bis Ende 2007 wollen wir dort mindestens 100.000 Titel einstellen", sagte Honnefelder.
Google Books in der Kritik
Google bietet seit einem Jahr eine Suchmaschine für deutsche Buchtexte an. Die englische Version ging bereits vor zwei Jahren an den Start.
Das Projekt zog heftige Proteste von Verlagen und Autoren auf sich, die dadurch Urheberrechte bedroht sehen. Google verwendet deshalb überwiegend alte Bücher, deren Urheberrecht abgelaufen ist.
Bisher wurden dafür laut Google mehrere hunderttausend Bücher in verschiedenen Sprachen eingescannt, zumeist aber auf Englisch.
Rechtlich sichere Grundlage
"Verleger und Buchhandlungen bieten diese Leistung nun genossenschaftlich an", erläuterte Honnefelder. "Wir bleiben damit Herren der Texte." Die Branche schaffe nun eine rechtlich sichere Grundlage, mit der deutsche Literatur in elektronischer Form gehandelt werden könne und weltweit verfügbar sei.
Das Angebot stehe nicht in Konkurrenz zur Google-Buchsuche, sondern wünsche sich eine Verknüpfung. "Es wäre jammerschade, wenn Google das nicht nutzen würde."
Honnefelder bezifferte die Kosten des Projekts auf etwa eine Million Euro. Mit der Ausführung beauftragte der Börsenverein die Informationstechnik-Dienstleister hgv publishing services in Hamburg und MPS Technologies in Delhi. Beide Unternehmen gehören zur Stuttgarter Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck.
(Reuters)
