Internetcafes sollen überprüft werden
Ein Vertreter der Stadtverwaltung von Los Angeles, Dennis Zine, fordert eine Untersuchung über Gewalt durch PC-Spiele in Internetcafes.
Jüngster Anlass ist eine Rauferei Anfang dieser Woche nach einem Counterstrike-Turnier durch zwei konkurrierende Gruppen. Dabei wurde ein Jugendlicher angeschossen, ein weiterer vermutlich durch einen Sessel am Kopf verletzt. Im Juli war ein 19jähriger nach einem Spieleabend vor seinem Wohnort erschossen worden.
In Orange County im Süden L.A.s ist die Polizei seit Juni zu mehr als 300 Einsätzen in Cybercafes gerufen worden. Nach einer Verordnung der Stadt müssen die Cafes in der Nacht bereits private Sicherheitskräfte zum Schutz postieren.
Ein halbes Jahr nach dem Massaker von Erfurt haben sich die Wogen der Diskussion über Gewalt in Computerspielen zumindest im deutschsprachigen Raum geglättet. In der öffentlichen Meinung aber ist der Generalverdacht gegen Action-Games wie Counter-Strike nicht ausgeräumt. In einer Aufsatzsammlung zum Thema "Virtuelle Welten - reale Gewalt" legt Herausgeber Florian Rötzer jetzt neue Anstöße aus dem Grenzbereich zwischen Psychologie und Politik, Kulturkritik und Kommerz vor. Auch das Brettspiel "Mensch-Ärger-Dich-Nicht" könne demnach als Anleitung zur Aggression gedeutet werden.
"Virtuelle Welten - reale Gewalt"Weitere Maßnahmen offen
Je nach Untersuchungsergebniss ließ Zine offen, ob weitere Maßnahmen gesetzt werden würden. Er könne sich aber durchaus Alterbeschränkungen, verstärkte Beleuchtung oder verstärkte Bewachung zu bestimmten Tageszeiten vorstellen.
Zine zeigte sich weiters darüber besorgt, dass Internetcafes durch Spiele mit Gewaltinhalt zu unsicheren Plätzen für andere Cafebesucher würden.
Für einen Großteil der Gewalt sollen asiatische Gangs verantwortlich sein, eine entsprechende Untersuchung des letzten Falls läuft bereits.
