Erste Mobiltelefone für indische Postler
Wie die fuZo bereits berichtete, versucht die indische Post neue Einnahmequellen zu erschließen.
Zu diesem Zweck wurden zu Weihnachten die ersten Briefträger mit tragbaren Telefonen ausgestattet. Sie werden ab sofort den Adressaten der ausgetragenen Post auch die Nutzung des Telefons anbieten.
Geräte und Netz werden von der Firma BSNL zur Verfügung gestellt.
Das staatliche Telekom-Unternehmen setzt auf WLL [Wireless Local Loop] als Übertragungstechnik und ist offenbar der Preisbrecher auf dem indischen Mobilfunkmarkt. Die GSM-Konkurrenten haben bereits mehrmals mit Preissenkungen reagiert, die Preise für Ferngespräche sind innerhalb der Mobilfunknetze inzwischen um mehr als zwei Drittel gefallen.
Die Telefone sehen wie Festnetztelefone mit Antenne aus, auf einem Display werden die angefallenen Gebühren angezeigt.
BSNL20 Prozent Umsatzbeteiligung für den Postler
Wenn die Postzusteller erfolgreich beim Vermarkten "ihres" Telefons sind, erhalten sie 20 Prozent Umsatzbeteiligung, weitere fünf Prozent gehen an die indische Post. Den fleißigsten "wandelnden Telefonzellen" winken Mopeds als Prämie.
Unterstützt werden sie von einer Werbekampagne mit dem einprägsamen Slogan "Daakiya Aaya! Mobile Laaya!"
Das Telefonservice könnte durchaus ein Erfolg werden, zumal Briefträger in Indien sehr hohes Ansehen genießen. Vielfach stellen sie die Post nicht nur zu, sondern lesen die Briefe den nicht selten analphabetischen Empfängern auch noch vor.
Außerdem sind viele Dörfer noch ohne Telefonanschluss.
Erst 9,6 Mio. Telefonanschlüsse in den ländlichen Gebieten
In den letzten zehn Monaten hat BSNL 100.000 Dörfer mit "Village
Public Telephones" ausgestattet. Die Anzahl der Telefonanschlüsse in
ländlichen Gebieten ist seit 1999 von vier auf 9,6 Mio. gestiegen.
Die Steigerungsraten sind also enorm, doch die Ausgangsbasis ist
gegenüber den mehr als eine Mrd. Einwohnern des Landes eher
bescheiden.
Die feierliche Übergabe der Geräte
