Handel mit UMTS-Lizenzen zugelassen
Die spanische Regierung will den Eignern der vier spanischen UMTS-Lizenzen finanziell Luft verschaffen.
"Unter bestimmten Voraussetzungen" könnten die künftigen Betreiber der dritten Mobilfunkgeneration einen Teil ihrer Frequenzen verkaufen oder vermieten, sagte ein Sprecher des spanischen Ministeriums für Wissenschaft und Technologie.
Diese Möglichkeit solle im neuen Telekommunikationsgesetz festgeschrieben werden, das die Regierung im Februar verabschieden will. Die so gewonnenen Mittel sollten den Telekom-Unternehmen notwendige Investitionen in die UMTS-Technologie ermöglichen.
Unter dem Druck der Netzbetreiber hat die Regierung den Termin für den Aufbau der iberischen Mobilfunknetze der dritten Generation bereits mehrmals verschoben. Erst im zweiten Halbjahr 2003 müssen nun Telefonica Moviles, Vodafone, Amena und Xfera ihre UMTS-Netze aufbauen - und das auch nur für den Testbetrieb. Ein kommerzieller Start wird erst für Mitte 2004 angepeilt
Spanien verschiebt UMTS-Start erneutRettender Ausweg für Betreiber?
Dieser bis dato in Europa einzigartige Schritt wäre vor allem für den Mobilfunkbetreiber Xfera womöglich der rettende Ausweg: Die Tochter des französischen Medienkonzerns Vivendi, des spanischen Konzerns ACS und der finnischen Sonera hatte bereits im Herbst 2001 alle UMTS-Aktivitäten wegen Geldmangels einfrieren müssen.
Doch auch Telefonica Moviles, Amena [Retevision] und der britische Telekom-Konzern Vodafone, die im März 2000 die übrigen drei UMTS-Lizenzen von Madrid erworben hatten, kämpfen mit Verzögerungen bei der Einrichtung der Netze.
Mit Blick auf die Finanznöte der Mobilfunkbetreiber wollte die spanische Regierung auch grünes Licht für eine deutliche Verringerung der Kaution geben, die sie bei der UMTS-Lizenzvergabe verlangt hatte: Die Gesamtsumme soll von 6,5 auf 1,3 Milliarden Euro reduziert werden.
Neue Telekom-Regeln der EU
Damit ist die Regierung der EU vorgekommen, deren neue
Telekom-Regeln ab Sommer 2003 den Handel mit UMTS-Lizenzen
ermöglichen. Auch gegen einen Weiterverkauf von UMTS-Lizenzen hätte
die EU-Kommission laut Erkki Liikanen, dem finnischen EU-Kommissar
für Unternehmen und Informationstechnologie, nichts einzuwenden,
"doch müssten das die nationalen Parlamente entscheiden."
UMTS-Lizenzhandel bald erlaubtErhöhte Investitionen als Gegenzug
Im Gegenzug sollen sich die Lizenznehmer verpflichten, ihre Investitionen in die UMTS-Netze und in neue Produkte in diesem Jahr um 20 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro zu erhöhen.
