Schwacher Markt bedroht No-Name-PCs
Der PC-Verkauf an Unternehmen wird nach Einschätzung eines Experten auch in den nächsten Monaten weiter stagnieren.
"Es ist gleichgültig, ob es mal drei Prozent nach unten oder fünf Prozent nach oben geht", so Ralf Klenk, Vorstand beim deutschen IT-Dienstleister Bechtle. "Tatsache ist: Gemessen an den Zuwachsraten der Vergangenheit kann man nicht von einem Marktwachstum sprechen. Es gibt nur einen Verdrängungswettbewerb."
Mit einer Erholung rechnet Klenk im zweiten Halbjahr 2003 oder erst im Jahr darauf. Diese werde kommen, weil die PCs immer älter werden und irgendwann ersetzt werden müssen. Laut Klenk sollen die ausgedienten Geräte immer mehr durch Marken-PCs ersetzt werden.
Die Marktforschungsinstitute Gartner Dataquest und IDC prophezeien für 2003 ein bescheidenes Wachstum. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die USA keinen Krieg gegen den Irak beginnen. In Europa sind die PC-Verkäufe bereits im dritten Quartal 2002 wieder leicht gestiegen.
PC-Markt in Europa wächst wiederChance für große PC-Hersteller
Die großen PC-Hersteller in Deutschland haben laut Klenk gute Chancen, selbst bei einem stagnierenden Markt an Boden zu gewinnen. Grund sei der hohe Marktanteil von Kleinstunternehmen, die No-Name-PCs für Firmen in ihrer Nachbarschaft zusammenbauen. Er liege je nach Wirtschaftsregion teilweise bei über 30 Prozent.
Langfristig könnten diese Anbieter allerdings nicht überleben, meint Klenk. "Ein Marken-PC ist inzwischen genauso günstig wie der beim Schrauber um die Ecke."
Die Schwäche des Hardware-Marktes sei nicht allein durch die lahmende Konjunktur zu erklären. Vor zwei Jahren seien die Unternehmen zu stark auf das Jahr-2000-Problem fixiert gewesen und hätten sich darüber hinaus kaum Gedanken über neue Investitionen in Informationstechnologie gemacht. Die Folgen seien nun zu spüren.
