02.01.2003

IA-THENTICATE

Bildquelle: Imaging Automation

Boom der Authentifizierungssysteme

Immer mehr Unternehmen versuchen unter dem Vorwand, es diene dem "Kampf gegen den Terror", ihre datenschutzrechtlich fragwürdigen Produkte zu verkaufen.

Auch das US-Unternehmen Imaging Automation preist seine Authentifizierungslösung "iA-thenticate" unter diesem Deckmantel an.

Das Gerät vergleicht nicht nur die Angaben auf Ausweisen mit den in Magnetstreifen gespeicherten Daten, sondern geht gleich noch mehrere Schritte weiter: die Informationen werden mit behördlichen und privaten Datenbanken, die Fotos und Fingerabdruck-Datensätze in den Ausweisen mit Fahndungslisten abgeglichen.

Der Hersteller greift dabei auch auf Technologien und Datenbanken anderer Anbieter zurück.

Einsatzgebiete

Kunde von Imaging Automation kann jeder werden, egal ob Behörde, Unternehmen oder Privatperson.

Missbrauch durch Mitarbeiter möglich

Kritiker sehen bei diesen und ähnlichen auf dem Markt zu erwartenden Produkten gleich mehrere Probleme.

Einerseits ist unklar, wie die Inhalte der Datenbanken kontrolliert werden können. Nicht selten sind Menschen irrtümlich auf Fahndungslisten gesetzt worden oder haben so genannte Datenzwillinge mit gleichem Namen und Geburtsdatum. In manchen Ländern dauert es oft Monate, bis man von einer Fahndungsliste wieder gestrichen wird.

Andererseits könnte möglicherweise ein Mitarbeiter eines involvierten Unternehmens, der sich im privaten Kleinkrieg mit jemandem befindet, den Opponenten einfach in eine Datenbank eintragen oder eine Kleinigkeit an seinem vorhandenen Datensatz verändern und diesem damit nahezu unaufklärbare Probleme schaffen.

Fotovergleich meist sinnlos

Weiters kritisieren die Experten die Behauptung, ein Bildvergleich könne Fahndungserfolge zeigen. Während man für Ausweisbilder entsprechend posiert, sind die Bilder auf "Wanted"-Plakaten meist von schlechter Qualität, wenn es sich nicht überhaupt um Skizzen handelt. Auch Spezialsoftware könne das nicht wettmachen.