Global-Crossing-Gründer tritt ab
Gary Winnick, der Verwaltungsratsvorsitzende und Gründer des in einem Insolvenzverfahren befindlichen Telekom-Unternehmens Global Crossing, ist am Dienstag zurückgetreten. Winnick gab den Rücktritt in einem Schreiben an den Verwaltungsrat des Unternehmens bekannt.
Winnick hatte vor dem Insolvenzantrag bei Geschäften mit Global-Crossing-Aktien mehr als 730 Millionen USD verdient, berichtete die "New York Times".
Die Aktionäre gehen hingegen im Rahmen eines von dem Insolvenzrichter genehmigten Reorganisationsplans völlig leer aus, und die Gläubiger erhalten nur einen Bruchteil ihrer Investments zurück. Er bedauere zutiefst, dass so viele gute Menschen, die bei Global Crossing involviert waren, erhebliche finanzielle Verluste erlitten hätten, erklärte Winnick in seinem Rücktrittsschreiben.
Winnick hatte 25 Millionen USD zur Verfügung gestellt, die den Global-Crossing-Mitarbeitern zugute kommen sollen, die ihre Betriebsrenten in Aktien des Unternehmens investiert hatten.
Pleite-Manager zahlt RentenausfälleUntersuchungen
Gegen Winnick und andere Manager hatte das US-Justizministerium ein Untersuchung eingeleitet, doch deutete das Ministerium in der vergangenen Woche an, es wolle keine strafrechtlichen Vorwürfe erheben.
Die amerikanische Wertpapier- und Börsenkommission SEC untersucht noch die Bilanzierungspraktiken des Unternehmens.
Global Crossing hatte im Jänner 2002 Insolvenzantrag gestellt und operiert unter Aufsicht eines Insolvenzgerichts weiter. Die Firmen Hutchison Whampoa und Singapore Technologies Telemedia wollen für eine 61,5-prozentige Beteiligung an der reorganisierten Global Crossing 250 Millionen USD zahlen. Die Transaktion muss noch in den USA genehmigt werden. Die Vermögenswerte von Global Crossing waren einst mit 22,4 Milliarden USD beziffert worden.
