Wissenschaftler: Neue Lobby gegen Bush

politik
27.09.2006

Prominente US-Wissenschaftler gehen am Mittwoch mit der Lobby-Organisation SEFORA an die Öffentlichkeit. Sie wollen den Einfluss ideologischer und religiöser Gruppen auf die Politik eindämmen.

Das Gründungsteam der "Scientists and Engineers for America" [SEFORA] wendet sich auf seiner Website gegen die vor allem von religiösen Motiven getriebenen Eingriffe der Bush-Regierung in die Freiheit der Wissenschaft. Der Gruppe gehören unter anderen Chemie-Nobelpreisträger Peter Agre und Gesundheitspolitik-Expertin Susan F. Wood an.

Mehr Freiheit der Wissenschaft

Das Programm der Gruppe beinhaltet sowohl ein Grundsatzprogramm für Freiheit der Wissenschaft ["Scientific Bill of Rights"] als auch klare Standpunkte zu politischen Fragen wie Umweltschutz, Sicherheit, Gesundheit und Bildung.

Dass es sich bei den SEFORA-Mitgliedern keineswegs nur um linksgrüne Pazifisten handelt, wird spätestens bei der Lektüre des Programms zur "Nationalen Sicherheit" deutlich. Hier fordert SEFORA vor allem mehr Mittel für die Entwicklung neuer Waffensysteme und eine große Entwicklungsabteilung, die dem Ministerium für Landesverteidigung unterstellt werden soll.

Forschung und Entwicklung

SEFORA will unter anderem die Defence Advanced Research Projects Agency [DARPA] deutlich stärken, unter deren Ägide auch die technischen Grundlagen für das Internet geschaffen wurden.

Im Gegensatz zur unilateralen Politik der Bush-Regierung fordern die Wissenschaftler allerdings auch, internationalen Abkommen zur Kontrolle von Massenvernichtungswaffen wieder deutlich mehr Gewicht zukommen zu lassen. Auch solle sich der Staat wieder intensiver um die wissenschaftliche Grundausbildung in den Schulen kümmern.