Konflikt um Mobilcom-Vorstand
Beim angeschlagenen Mobilfunkanbieter Mobilcom zeichnet sich nach Angaben aus Unternehmenskreisen ein Konflikt um die Erweiterung des Vorstandes ab.
Im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung an diesem Montag war noch unklar, ob das Kontrollgremium zusätzlich zu den beiden bisherigen Vorstandsmitgliedern einen Vertriebschef berufen würde. Als Kandidat sei der Chef der erfolgreichen Mobilcom-Internettochter Freenet, Eckhard Spoerr, im Gespräch, wurde aus Aufsichtsratskreisen bestätigt.
Ablehnung durch Mobilcom-Chef
Dieser wird aber nach einem Medienbericht von Mobilcom-Chef
Thorsten Grenz abgelehnt. Grenz wolle zurücktreten, falls der
Aufsichtsrat Spoerr berufen werde, berichtete das "Handelsblatt"
heute.
MobilcomGegen eine schnelle Entscheidung gibt es allerdings weiteren Angaben aus Unternehmenskreisen zufolge im Aufsichtsrat erhebliche Widerstände. Es gebe keinen Grund, eine Personalentscheidung "übers Knie zu brechen", hieß es. Grenz könne sich vermutlich noch immer auf Vertrauen zahlreicher Aufsichtsräte stützen, insbesondere auf Seiten der Arbeitnehmervertreter.
Grenz hatte mit dem Mobilcom-Betriebsrat und Vertretern von Banken einen Sanierungsplan für das hochverschuldete Unternehmen ausgehandelt, der den Wegfall von 1850 der rund 5000 Stellen vorsieht. Ein Mobilcom-Sprecher wollte sich zu den Berichten über die Personalquerelen nicht äußern.
