Neue Lizenzmodelle für GRID-Computing
Laut Marktbeobachtern werden Softwarehersteller in absehbarer Zeit von Prozessor-basierten Lizenzbedingungen abrücken.
Die Gründe sehen sie in neuen Chip-Designs, die mehrere Prozessorkerne in einer CPU vereinen, und die Verteilung von Software über Grids.
Zur Zeit behandeln die Hersteller Chips mit mehreren Rechenkernen noch unterschiedlich. Während IBM Softwarelizenzen für die entsprechende Variante des Power-4-Prozessors wie für zwei eigenständige CPUs abrechnet, behandelt Sun den Dual-Core UltraSparc IV wie einen normalen Prozessor.
Der Hersteller plant, künftig bis zu acht Prozessorkerne auf einem Chip zu vereinen.
UltraSparc-FamilieNeue CPU-Designs
Auch Intels "Hyperthreading"-Technologie, mit der sich CPU wie ein Dualprozessor-System verhält, zeigt Grenzen für die Lizenzierung auf.
Oracle versucht bereits vor drei Jahren unter der Bezeichnung "Universal Power Unit" ein neues Pricing-Schema einzuführen, allerdings erfolglos. Es unterschied zwischen Prozessoren mit Intel- und ¿RISC-Architektur.
Die Hersteller müssen außerdem den Ankündigungen Rechnung tragen, dass sich Anwendungen auf Intel-Clustern billiger betreiben ließen als auf herkömmlichen Unix-Rechnern.
Intel hat im November seinen ersten Desktop-Prozessor mit der Hyperthreading-Technologie ausgeliefert, die bislang Xeons für den Einsatz in Großrechnern vorbehalten war.
Intel liefert P4 mit 3 GHz ausVerteiltes Rechnen verlangt neue Preismodelle
Und völlig unklar ist unterdessen, wie die Prozessoren in einem ¿Grid abgerechnet werden sollen.
Ein Pricing-Modell, das den neuen Formen von Rechnerverbänden und Prozessor-Designs gerecht werde, sei nur sehr schwer zu entwickeln, meint beispielsweise Jacqueline Woods, Vize-Präsidentin von Oracles Abteilung Global Pricing and Licensing Strategy.
Man sei dabei auf die Zusammenarbeit mit den Hardwareherstellern angewiesen. Auch das Herunterbrechen von Lizenzen auf Anwender lasse sich kaum realisieren, da sich in großen Netzen die genaue Nutzerzahl nicht bestimmen lasse.
Für Kunden müsse ein neues Lizenzmodell allerdings fair, einfach und vorhersehbar sein.
Oracle hat derzeit nicht weniger vor, als jedem Kunden mit Oracle-Software den einfachen Einstieg ins Grid-Computing zu ermöglichen. Zu den Pfeilern der Grid-Strategie zählen die Oracle-Datenbank, die Real-Application-Cluster-Technologie und Linux.
Oracles Grid-Strategie und -Toolkit
