21.12.2002

BILANZFÄLSCHER

Bildquelle: fuZo

Nicht genug Beweise gegen Ebbers

Die US-Justizbehörden haben einen Rückschlag bei den Untersuchungen gegen den ehemaligen WorldCom-Chef Bernard Ebbers erlitten.

Der vormalige WorldCom-CFO Scott Sullivan soll den Ermittlern umfassende Materialien, darunter auch einen Gesprächsauszug mit Ebbers, vorgelegt haben, doch die Beweise reichen nicht aus, um Ebbers des Betruges zu überführen.

Sullivan drohen bis zu 25 Jahre Haft

WorldCom hat in den letzten drei Jahren seine Bilanz um mindestens neun Mrd. USD aufgebläht. Der vormalige CEO Ebbers ist im April 2002 zurückgetreten. Bereits damals sahen die Investoren eine herbeinahende Insolvenz des Unternehmens. Das Management dementierte allerdings heftig.

WorldCom hat erstmals im Juni Bilanzfälschungen zugegeben. "Unser leitendes Managementteam ist schockiert", meinte damals CEO John Sidgmore, Ebbers Nachfolger.

Als erste Konsequenz wurde Finanzchef Sullivan entlassen. Ebbers hatte immer seine Unschuld beteuert. Als im August neuerliche Bilanzfälschungen bei WorldCom bekannt wurden, wurden seine Aussagen unglaubwürdig.

Die Ermittler hatten immer gehofft handfeste Beweise gegen Ebbers von Sullivan zu erhalten. Experten der Causa rechnen nun damit, dass Sullivan eine Gefängnisstrafe von bis zu 25 Jahren erhält. Seine Unwilligkeit oder Unfähigkeit Ebbers zu belasten, würde mildernde Umstände ausschließen.