Handy als Retter in der Bergnot

26.09.2006

Das Handy wird beim Bergsport aktuellen Zahlen zufolge immer öfter zum lebensrettenden Instrument. Auch ohne SIM-Karte kann der Euro-Notruf 112 verständigt werden, dabei wird automatisch nach der besten Verbindung gesucht.

Zwischen November des Vorjahres und dem heurigen Sommer gab es nach Angaben der Alpinpolizei 6.000 Alpinunfälle, davon seien in 40 Prozent der Fälle die Retter per Mobiltelefon verständigt worden.

Bei den verunglückten Wanderern hätten sogar mehr als 70 Prozent die Einsatzkräfte mit dem Handy alarmiert.

Gehört zur Grundausrüstung

"Das Handy ist ein wesentlicher Bestandteil der Notfallausrüstung am Berg", meinte Peter Veider von der Bergrettung. Die meisten Bergsportler würden deshalb auch ihr Mobiltelefon mitführen.

Es sei kein Argument, dass man es zu Hause lasse, weil man auf dem Berg seine Ruhe haben wolle. Es diene der eigenen Sicherheit und gehöre auf jeden Fall in den Rucksack. Sollte man bewusstlos sein, könne man im Notfall sogar bis auf einige Kilometer genau geortet werden. Dazu ist allerdings eine Genehmigung erforderlich.

Teilweise schlechter Empfang

Das größte Problem sei nach wie vor der zum Teil schlechte Empfang im Gebirge, berichtet Ingo Kroath vom Kuratorium für alpine Sicherheit in Innsbruck.

In Tälern und Schluchten könnten "Funkschatten" auftreten. Der Empfang werde meist erst gegen den Gipfel hin wieder besser. Das ändere aber nichts an der wichtigen Rolle, die das Mobiltelefon auf dem Berg spiele.

Euro-Notruf 112

Mit dem europaweit gültigen Euro-Notruf 112 kann man auch ohne SIM-Karte Hilfe verständigen. Schaltet man das Handy aus und gibt statt des PIN die Euro-Notrufnummer ein, wird automatisch vom Betreiber unabhängig das beste Netz gesucht.

Das bedeutet, es wird betreiberunabhängig nach der besten Verbindung gesucht. Sollte gerade kein Funkkanal frei sein, werden dafür auch "normale" Anrufe aus dem Netz geworfen.

Durchgesetzt hat sich das Handy auch als Sicherheitsinstrument unter Bergführern. Für jeden, der in diesem Bereich ausgebildet wird, sei es verpflichtend, ein Kommunikationsmittel mitzuführen.

(APA)