AOL Deutschland streicht Stellen
AOL Deutschland streicht 170 der 550 Arbeitsplätze in der Zentrale Hamburg und am Standort München. Bei der bayerischen Niederlassung wird eine völlige Schließung geprüft.
Die 700 Arbeitsplätze in den Call-Centern des Unternehmens sollen weitgehend erhalten bleiben. Das sagte AOL-Deutschland-Chef Stan Laurent der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ["FAZ"]. Den verbleibenden Mitarbeitern in Bayern werde ein Angebot gemacht, nach Hamburg zu übersiedeln.
Der Franzose Laurent, der erst seit zwei Monaten auf dem Chefsessel des Unternehmens Platz genommen hat, krempelt den deutschen Ableger des US-Providers radikal um. Mit dem Forcieren des Breitband-Geschäfts und dem Umbau des Providers zu einem Unterhaltungsportal sollen die Zielvorgaben mehr als erreicht werden. Die US-Mutter verlangt von AOL Europe für das Geschäftsjahr 2002 eine Halbierung der Verluste.
AOL entlässt 300 MitarbeiterInhalte auch von der Konkurrenz
Die drei Technikabteilungen sollen zusammengelegt werden. Die Online-Redaktion werde deutlich verkleinert und von der Werbevermarktung getrennt, um journalistisch unabhängig zu sein.
Auf der Angebotsseite soll verstärkt in Breitband investiert werden. Dort sieht Laurent deutliche Wachstumspotenziale, während der Schmalbandmarkt nur langsam wachsen werde.
Inhalte für Breitband-Kunden sollen aber nicht nur von der Schwester Time Warner kommen, sondern auch von deutschen Medienhäusern. "AOL soll zu einem Unterhaltungsportal ausgebaut werden", so Laurent.
