16.12.2002

STATISTIK

Bildquelle: ORF.at

In jeder 212. E-Mail steckt ein Wurm

Das Aufkommen von virenverseuchten E-Mails verdoppelt sich angeblich beinahe jedes Jahr. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls das Sicherheitsunternehmen Message Labs in seinem Jahresrückblick für 2002.

Nach Angaben des Unternehmens, das sich auf das Ausfiltern von Viren im Backbone-Bereich spezialisiert hat, wurde in jeder 212. E-Mail ein Wurm gefunden. Für das Jahr 2001 wird das Verhältnis mit einem E-Mail-Wurm auf 380 Nachrichten angegeben, während im Jahr 2000 nur in jeder 790. E-Mail ein Schädling mitverschickt wurde.

Private Nutzer schuld

"Das Verhältnis von einem Wurm zu 200 E-Mails stellt einen weiteren Anstieg in der Verbreitung von Viren dar, obwohl in diesem Jahr kein dramatischer Ausbruch stattgefunden hat", erklärte Alex Shipp, Senior-Antivirus-Techniker bei Message Labs.

Seiner Meinung nach sind es vor allem die privaten Nutzer, die zur Verbreitung von Viren beitragen, da sie über den geringsten Schutz verfügen. Als Konsequenz seien die Wirtschaftssektoren, die direkt mit Privatkunden in Verbindungen stehen wie Reisebüros und E-Commerce-Unternehmen, besonders gefährdet.

Eine pessimistische Einschätzung der Situation liefern die Analysten von Trend Micro. Demnach werden Virenschreiber auch im kommenden Jahr E-Mails bevorzugt für die Verbreitung ihrer Schädlinge einsetzen. Die Experten gehen davon aus, dass das Lockmittel des Social Engineering, das mit Hilfe von viel versprechenden Betreffzeilen die User zum Öffnen von zweifelhaften Nachrichten verführt, weiterhin wirksam bleibt. Gleichzeitig machen allerdings Verschlüsselungen und Self-Compression der Würmer eine schnelle Analyse der Schadensroutine immer schwieriger.