"RegisteredCommons" für digitale Werke

24.09.2006

Die Initiative "RegisteredCommons" soll mehr Rechtssicherheit für freie Inhalte und kreative Werke im Netz schaffen. Über Geschäftsmodelle einer Post-Copyright-Welt.

Vor wenigen Tagen wurde RegisteredCommons vorgestellt, eine Plattform, die neue Geschäftmodelle für die Creative Industrys der Zukunft antreiben könnte. Werke, die unter einer CC-Lizenz veröffentlicht wurden, sollen damit besser vermarktbar werden.

Österreichisches Projekt

Das österreichische Projekt bietet ein Service an, das es Einzelpersonen und Institutionen ermöglicht, veröffentlichte Werke registrieren zu lassen. Jeder Eintrag wird mit Informationen über die Lizenzbedingungen und einem Zeitstempel versehen.

Für die Autoren hat das vor allem den Vorteil, dass sie beweisen können, wann sie welches Werk unter welcher Lizenz veröffentlicht haben. Wird gegen die Lizenzbedingungen verstoßen, gelingt es leichter, Ansprüche durchzusetzen.

Findet sich etwa ein Text, der unter einer "Non-Commercial"-Lizenz veröffentlicht wurde, in einer kommerziellen Zeitung wieder, kommt es wohl rascher zu einem finanziellen Vergleich, sofern das Werk registriert ist.

Rechtssicherheit für Nutzer

In der chaotischen Realität des Internets ist es nicht immer leicht festzustellen, woher vermeintlich freie Werke eigentlich stammen. Von Vorteil ist daher der Ansatz von RegisteredCommons, der Rechtssicherheit für jene schafft, die vorhandene Inhalte in die eigene Arbeit einbauen möchten.

Das sind Produzenten von Low-Budget-Filmen ebenso wie Podcaster. An der Grenze zwischen kommerziell und nicht kommerziell ist es besonders wichtig, einfach und kostengünstig Rechtssicherheit herzustellen.

Wenn es einmal einen größeren Katalog an Werken gibt, könnte RegisteredCommons auch zur Konkurrenz für die europäischen Verwertungsgesellschaften werden, hofft Roland Alton-Scheidl, der Initiator von RegisteredCommons.

Lukratives Geschäftsmodell?

Wie es heute schon manche Netlabels vormachen, könnte etwa das Anbieten von günstiger AKM-freier Musik ein lukratives Geschäftsmodell werden. Filmschaffende gehören dabei ebenso zur potenziellen Kundschaft wie Clubs, Bars und Kaufhäuser. Selbst in Aufzügen und Telefonanlagen könnte bald Musik erklingen, die dem Pool von RegisteredCommons entstammt.

Geld verdienen mit Creative Commons

Heather Ford, Executive Director des iCommons-Projekts, hält es momentan für das Wichtigste zu beobachten, was Tausende von kreativen Menschen überall auf der Welt machen. Sie klopft erfolgreiche Geschäftsmodelle auf Gemeinsamkeiten ab und versucht, die gewonnenen Erkenntnisse weiterzugeben.

ICommons wurde gegründet, um die weltweite Community der Benutzer von Creative-Commons-Lizenzen zu unterstützen und ganz allgemein den freien Zugang zu Wissensressourcen zu fördern.

Speziell für unbekannte Künstler und jene aus Entwicklungsländern sieht Ford in der momentanen Umbruchsituation durchaus Vorteile. Creative-Commons-Lizenzen haben sich als gutes Werkzeug erwiesen, um den eigenen Werken ein größeres Publikum zu erschließen.

Was passiert, wenn traditionelle Spielregeln, etwa das Copyright, im digitalen Raum nicht mehr greifen? Je freier die kulturellen Artefakte im Netz zirkulieren, desto mehr Aufmerksamkeit wird generiert, die sich dann mit neuen Businessmodellen wiederum zu Geld machen lässt. Ina Zwerger und Thomas Thaler berichten über die Wegbereiter der Post-Copyright-Welt.

(futurezone | Ina Zwerger)