Nächste halbe UMTS-Mrd. abgeschrieben
Der portugiesische Stromkonzern EDP [Electricidade de Portugal] hat beschlossen, seine UMTS-Tochter Oniway stillzulegen.
Oniway hat bereits 484 Mio. Euro in das UMTS-Netz investiert und wollte der erste Anbieter auf dem portugiesischen Markt sein. Ursprünglich war für das erste Halbjahr 2002 der Start eines GPRS-Dienstes geplant gewesen, der aber nicht erfolgt ist. Zum Jahreswechsel hätte der UMTS-Dienst starten sollen.
Nun sollen die vorhandenen Werte an die verbleibenden drei Konkurrenten, die derzeit GSM-Netze betreiben [TMN, Optimus, Vodafone Telecel], verkauft werden, die je rund 50 Mio. Euro dafür zahlen. Die Aktien soll Vodafone Telecel übernehmen und dafür einen Teil der potenziell aus dem Oniway-Verlust [allein heuer über 200 Mio. Euro] lukrierten Steuerersparnisse an die bisherigen Eigentümer überweisen.
OniwayMinderheitseigentümer Telenor
Oniway gehört zu 68 Prozent Oni [woran EDP wiederum 56 Prozent hält] und zu 20 Prozent dem norwegischen Telekommunikationskonzern Telenor.
Oni sieht seine Zukunft nunmehr im Festnetzgeschäft. Man sei, heißt es in einer Mitteilung von EDP, zu der Auffassung gelangt, dass die zum Zeitpunkt der Vergabe der UMTS-Lizenzen unvorhersehbare Anhäufung von "ökonomischen, finanziellen, technischen und kommerziellen Faktoren¿ auf heimischer wie europäischer Ebene die Fortführung der UMTS-Geschäfte gefährden würde.
Vom Minderheitseigentümer Telenor wird diese Einschätzung dem Grunde nach bestätigt. Selbst sei man schon längere Zeit mit dem portugiesischen Businessplan unzufrieden gewesen und habe versucht, die anderen Teilhaber davon zu überzeugen, dass man in eine falsche Richtung unterwegs sei, sagte Telenor-Mobile-Sprecher Dag Vangsnes.
