Smarte E-Mail-Adressen gegen Spam
Aufdringliche Werbesendungen per E-Mail werden immer mehr zur Plage im Internet.
Eine Software, die für jede gesendete E-Mail eine einmalige Absenderadresse generiert, könnte nach Meinung von US-Forschern dabei helfen, das lästige Spam-Problem in den Griff zu bekommen.
Verschlüsselte Regeln, versteckt in der Absenderadresse sollen dabei festlegen, wer auf die E-Mail antworten darf und wie viele Antworten gesendet werden dürfen.
Ein Drittel der Mails ist Spam
Spam, unaufgeforderte, meist kommerzielle E-Mails, hat sich in
den letzten Jahren immer mehr zu einer ernst zu nehmenden
Belästigung für Millionen von Menschen entwickelt. Ein Drittel der
30 Milliarden Mails, die täglich weltweit verschickt werden, sind
bereits Spam-Mails. Ein durchschnittlicher US-Internet-Nutzer
bekommt 2.200 Spam-Mails pro Jahr, in denen von Pornografie bis zu
Kleidung einfach alles, was sich verkaufen lässt, angepriesen wird.
Auch per SMS schlagen die Spammer schon zu.
Mobilfunkbetreiber gegen SMS-SpamGenaue Antwortbedingungen
Es gibt zwar bereits einige Online-Services, wie SpamEx und SneakMail, die einmalige Wegwerf-Adressen für User zur Verfügung stellen. Doch bisher war es nicht möglich, so strenge Regeln für Antworten festzusetzen.
Ein Nutzer könnte sich zum Beispiel so gefahrlos für einen monatlichen Newsletter anmelden, indem er die Quelle des Newsletters genau spezifiziert und festlegt, dass von dieser Quelle nur zwölf Nachrichten binnen eines Jahres empfangen werden dürfen.
Würde seine Adresse Spammern in die Hand fallen, würde die Software deren Nachrichten blockieren, noch bevor sie in die Inbox des Nutzers gelangen können.
Schwunghafter Handel mit E-Mail-Adressen
Spammer treiben untereinander einen schwunghaften Handel mit
E-Mail-Adressen. Dabei wird bis zu ein USD pro Adresse bezahlt. Die
häufigsten Quellen sind öffentlich zugängliche Foren auf Websites
und Newsgroups. Die unliebsamen Massenmailer setzen spezielle
Software ein, die dort laufend nach neuen Adressen fahndet.
Wie Spammer E-Mail-Adressen tradenFälschung dank Verschlüsselung unmöglich
Die generierten Einzweck-Adressen setzen sich aus einigen Dutzend Zeichen vor dem @-Symbol zusammen. Mittels eines geheimen kryptografischen Schlüssels werden die Antwortbedingungen verschlüsselt, sodass Spammer die Adressen nicht fälschen können.
Die E-Mail-Adresse könnte so jederzeit im Internet publiziert werden, ohne dass dadurch eine Spam-Lawine ins Rollen gerät. Für den privaten Gebrauch könnte man weiterhin eine einfache Adresse ohne Reglementierungen verwenden.
"Das Einzweck-Adresssystem reduziert Spam, indem es die Nachrichten stoppt, bevor der User sie empfängt", erklärt John Ioannidis, Forscher am AT&T-Labor in New Jersey.
AT&T-Labs: Avoiding Unwanted CommunicationsExperten zweifeln
Doch Experten zweifeln, ob diese Lösung ausreicht, um den Spammern das Geschäft zu vermiesen.
"Damit könnte man zwar verhindern, dass neue Adressen mit Werbemails zugemüllt werden", meint Scott Hazen Mueller, Gründer der "Coalition Against Unsolicited Commercial Email". "Doch 'normale' Mail-Adressen könnten weiterhin versehentlich offen gelegt werden."
Piete Brooks, Netzwerk-Spezialist an der britischen Universität Cambridge, sieht wiederum in der Benutzerfreundlichkeit das größte Problem des neuen Systems.
"Wenn jemand nicht bemerkt, dass die Adresse nicht die Standard-Mail-Adresse des Absenders ist, und sie seinem Adressbuch hinzufügt, scheitert jeder Versuch, später eine Mail an diese Adresse zu schicken."
Spamfilter für MS Outlook
Die meisten Anti-Spam-Tools versuchen unerwünschte Spam-Mails an
Schlagwörtern und benutzten Phrasen zu erkennen. Doch auch
ausgeklügelte Filterregeln schaffen es nicht, zuverlässig alle
Spam-Mails zu stoppen, ohne dabei hin und wieder auch erwünschte
Mails zu blockieren. Cloudmark will mit dem P2P-Tool "SpamNet",
einer Erweiterung für Microsoft Outlook, Spam-Mails wirkungsvoll
aussortieren. Durch die Zusammenarbeit der SpamNet-Community sollen
75 Prozent der kommerziellen Werbemails abgefangen werden können.
"SpamNet-"Software
"Eliminate Spam"-Software
