Ein Wachhund für drahtlose Netzwerke
Wireless LANs, also drahtlose Computernetzwerke, sind gefragt wie noch nie. Gartner Dataquest geht davon aus, dass die Zahl der installierten WLANs heuer um 73 Prozent zunehmen wird.
Mit der Sicherheit der drahtlosen Netzwerke ist es aber weniger gut bestellt: Da die Funkwolke meist über den gewünschten Einsatzbereich hinausreicht, ist es bei fehlenden Sicherheitsmaßnahmen für Cracker ein Leichtes, ins Netzwerk einzudringen.
Da die meisten Benutzer, aber auch Netzwerkadministratoren nur Erfahrung mit verkabelten Netzwerken haben, werden oft die simpelsten Sicherheitsfeatures nicht aktiviert.
Steigendes Sicherheitsbedürfnis
In einer Blitzumfrage unter IT-Security-Managern erhielt der
Sicherheitsberater Defcom von 90 Prozent die Antwort, dass drahtlose
Netzwerke den Sicherheitsstandard herkömmlicher Netzwerke erst in
drei bis fünf Jahren erreichen werden. 60 Prozent machten für die
mangelnde Sicherheit nicht die Technologie, sondern die
Administratoren verantwortlich.
DefcomSelbst mit hinreichend sicherer Implementation können Cracker zumindest versuchen, in ein drahtloses Netzwerk einzudringen - erleichtert wird das wegen der Tatsache, dass kein physischer Anschluss innerhalb eines Bürogebäudes gesucht werden muss.
Wachhund gegen WLAN-Eindringlinge
Das US-Start-up Newbury Networks aus Boston hat nun eine
Sicherheitslösung für WLANs vorgestellt, die Eindringlinge entdeckt
und ihre Position bis auf wenige Meter bestimmen kann. Der "WiFi
Watchdog2 wurde von dem Unternehmen auf der "802.11 Plant
Conference" in Santa Clara vorgestellt und ist vor allem für
Großunternehmen und Universitäten mit umfangreichen
WLAN-Installationen vorgesehen.
Mehr dazuErkennt auch unerlaubte Access-Points
Die serverbasierte Lösung arbeitet nach Angaben von Newbury Networks mit allen standardmäßigen WLAN-Implementationen zusammen. Der "Watchdog" erkennt alle Geräte im Netz und identifiziert die Benutzer, die sich unerlaubt ins Netz eingeloggt haben.
Wird ein Eindringling entdeckt, dann alarmiert der Wachhund sofort den Netzwerkadministrator. Daneben erkennt das System auch alle unerlaubt eingerichteten Access-Points im Netz.
Der Watchdog stellt dem Administrator ein "Dashboard" zur Verfügung, auf dem alle Benutzer in Echtzeit mit ihrer physischen Position angezeigt werden. Wenn der Administrator zum Beispiel feststellt, dass unerlaubte Zugriffe von außerhalb des Gebäudes erfolgen, kann er die Zugriffsmöglichkeit zum WLAN auf die Arbeitsräume seines Unternehmens begrenzen.
Der "WiFi Watchdog2 ist zurzeit unter einem "Early Access Program" verfügbar. Die Vollversion soll ab Anfang 2003 auf den Markt kommen und 20.000 USD kosten.
