EU fördert Grid-Projekte

computing
18.09.2006

Die EU-Kommission wird morgen in Brüssel 23 neue Projekte vorstellen, welche die am europäischen Forschungszentrum CERN entwickelte Grid-Technologie in den Bereich kommerzieller Anwendungen übertragen sollen. Grids sind hochleistungsfähige Rechnernetzwerke.

Die luxemburgische Kommissarin Viviane Reding, die für Fragen der Informationsgesellschaft und Medien zuständig ist, plädiert für den Einsatz von Grids als entscheidenden Sprung in der Informatik-Infrastruktur europäischer Unternehmen.

"Grids werden beispielsweise Herstellern und Zulieferern dabei helfen, voll integrierte Produktionsumgebungen zu schaffen und dadurch ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt zu verbessern. Ich beabsichtige, auch in Zukunft EU-Fördergelder in substanzieller Höhe in diesem Bereich zu investieren", sagte Reding heute in Brüssel.

Drei zentrale Projekte

Drei der Projekte liegen der EU besonders am Herzen und werden entsprechend mit Fördergeldern ausgestattet:

BEinGRID, mit einem EU-Zuschuss von 15,7 Millionen Euro, soll in Feldversuchen in 18 Geschäftsfeldern von der Schwerindustrie über den Handel bis hin zu Finanzanwendungen Grid-Technologien aufbauen und testen.

Das Projekt XtreemOS soll für 14,2 Millionen Euro Linux für Grid-Anwendungen optimieren und die Position Europas auf dem Betriebssystemmarkt stärken.

Für ein Konstrukt mit dem schönen Namen BREIN gibt die EU 6,6 Millionen Euro aus. BREIN zielt darauf ab, die auf den akademischen Betrieb ausgelegten Grids unter anderem für das Sicherheits- und Logistikmanagement auf Flughäfen zu adaptieren. Auch Agentensysteme und Semantic-Web-Anwendungen sollen in BREIN zum Einsatz kommen.

380 Millionen Euro seit 2002

Insgesamt hat die EU in den vergangenen vier Jahren nach eigenen Angaben über 380 Millionen Euro in die Grid-Technologie investiert.