30.11.2002

DBIEDERMEIER

Bildquelle: PhotoDisc

Mail vom virtuellen Terroristen

Seit dem 11. September 2001 wurden weltweit Gesetze erlassen, mit deren Hilfe der E-Mail-Verkehr lückenlos überwacht werden soll. Auch die Schweiz bildet da keine Ausnahme und arbeitet an einem eigenen Satellitenüberwachungssystem namens Onyx.

Grund genug für ein paar Schweizer Medienkünstler diese Paranoia mit ihren eigenen Waffen zu schlagen.

Sie initiierten das Projekt "Supervillainizer" bei dem es darum geht, fiktive Bösewichte über das Internet immer neue Verschwörungen spinnen zu lassen und damit die Überwachungsbehörden in die Irre zu leiten.

Echte E-Mails machen Spiel zu Realität

Dazu werden zuerst Profile von potenziellen Bösewichten angelegt. Ist der fiktive Schurke erst einmal geschaffen, bekommt er seinen eigenen E-Mail-Account und beginnt sich sofort mit dem von Supervillainizer generiertem Verschwörungscontent mit anderen Cyber-Terroristen auszutauschen.

Dadurch, dass echte E-Mail-Konten bei einem Schweizer Provider erzeugt und über verschiedene SMTP-Server echte Mails verschickt und von anderen ebenfalls echten E-Mail-Accounts empfangen werden, findet das Spiel in der Realität statt.

Das kann so weit gehen, dass Behörden ermittelnd aktiv werden, falls sie auf den fiktiven Verschwörungscontent hereinfallen.

Auf der Homepage kann jeder Einsicht in die bisherige Kommunikation der inzwischen 68 fiktiven Bösewichte mit klingenden Namen wie George, Saddam, Osama oder Jörg nehmen, oder auch seinen eigenen Cyber-Terroristen erschaffen.