Erste Bürgerkarten ab sofort erhältlich
Die ersten 1.000 voll funktionalen Chipkarten mit digitaler Signatur und Bürgerkarten-Funktion sollen noch im Dezember dieses Jahres von der Österreichischen Computergesellschaft [OCG] und A-Trust ausgegeben werden.
Mit der Bürgerkarte soll der Benutzer schon bald eine Reihe von Amtswegen online erledigen können, für die bisher der Weg in verschiedene Ämter notwendig war. Aber auch ihr Einsatz im E-Commerce ist möglich.
Zentrales Element der E-Government-Strategie
"Die Bürgerkarte wird ein zentrales Element in der
E-Government-Strategie werden", kündigte Reinhard Posch, Leiter der
Stabsstelle Informations- und Kommunikationstechnologie [IKT] des
Bundes. "Erst durch den Einsatz der Bürgerkarte rückt das große
Einsparungspotenzial in der Verwaltung auch in umsetzbare Nähe."
FAQs zur BürgerkarteIndirekte Identifizierung über ZMR
Die vom Zertifizierungsanbieter A-Trust angebotene "a.sign Premium"-Karte umfasst neben der gesetzlich normierten digitalen Signatur und dem "qualifizierten Zertifikat" die "Bürgerkarten-Funktionalität".
Die spezifische Bürgerkarten-Funktionalität ergibt sich erst durch die Einbindung der amtlich vergebenen Personenbindung in die Chipkarte. Damit wird eine eindeutige Identifizierung und Authentifizierung ermöglicht.
Die Personenbindung wird dabei aus dem Zentralen Melderegister [ZMR] "abgeleitet", das heißt, es wird zwar die Personenbindung auf ihre Richtigkeit überprüft, aus Datenschutzgründen aber keine Verknüpfung mit der ZMR-Nummer definiert.
Die Bürgerkarten-Funktion soll in Zukunft auf jeder "gesetzlich konformen" Chipkarte, wie etwa der Bankomatkarte und der künftigen "E-Card" der Sozialversicherungen, aufgebracht werden können.
Strafregisterauszug und Steuererklärung
Eine der ersten E-Government-Anwendungen ist die Ausstellung von
Strafregisterauszügen. Ab 2003 soll es möglich sein, seine
Steuerangelegenheiten elektronisch zu regeln. Als wesentliche
Anwendung soll im nächsten Jahr die elektronische Zustellung
dazukommen und somit das fehlende Glied des elektronischen Antrages
schließen, so Posch.
Die österreichische BürgerkarteDie Kosten
Für die "a.sign Premium"-Karte verrechnet A-Trust derzeit 30 Euro für die Karte und zwölf Euro für die Registrierung. Dazu kommen eine Jahresgebühr von 18 Euro sowie rund 40 Euro für das notwendige Lesegerät.
Derzeit gibt es rund 30 Registrierungsstellen, welche die Identifizierung des Antragstellers durchführen. Ihre Zahl soll bis Mitte 2003 auf 260 und bis Ende 2004 auf 1.200 bis 1.400 ausgebaut werden.
Registierungsstellen sollen vornehmlich bei den A-Trust-Mitgliedern, also Banken, Notaren, Rechtsanwälten und Wirtschaftskammern, eingerichtet werden. Sie sollen ähnlich wie bei die Bankomatkassen mit einheitlichen Logos kenntlich gemacht werden.
