27.11.2002

EX-MONOPOL

Bildquelle: waldt

Spionage und Verhaftungen im Sonera-Skandal

Ein Skandal rund um Finnlands größtes Telekom-Unternehmen Sonera zeichnet sich ab. Am Dienstag ist der ehemalige Sonera-Chef Kaj-Erik Relander von der finnischen Kriminalpolizei festgenommen worden.

Das Unternehmen steht im Verdacht, in den Jahren 2000 und 2001 in großem Stil die Telefonverbindungen aller Mitarbeiter und einer Reihe von Journalisten überwacht zu haben. Derartige Überwachungen sind in Finnland aber nur der Polizei bei Vorliegen gerichtlicher Genehmigungen gestattet.

Möglicherweise wollte man herausfinden, wer Informationen über unternehmensinterne Meinungsverschiedenheiten weitergibt. In diesem Skandal um die ehemalige Telecom Finnland ist das bereits die sechste Festnahme.

Zwei derzeitige Manager ebenfalls unter Verdacht

Ebenfalls am Dienstag hat ein Gericht in der Hauptstadt Helsinki bestimmt, dass vier der fünf zuvor Festgenommenen weiter in Gewahrsam bleiben.

Als Erstes waren der Leiter der Sicherheitsabteilung bei Sonera, Juha Miettinen, sowie zwei seiner Mitarbeiter hinter Gittern gelandet.

Am Freitag mussten sich schließlich Executive Vice President Jari Jaakkola und Vice President Henri Harmia dazugesellen.

Jaakkola war zum Zeitpunkt der vermuteten Rechtsbrüche Leiter der Abteilung Corporate Communications.

Fusion mit Telia nicht in Gefahr

Vizepräsident Henri Harmia ist international vor allem durch seine Rolle als Chefunterhändler für die milliardenschwere Fusion der finnischen Sonera mit der schwedischen Telia bekannt geworden.

Diese Fusion ist erst vergangene Woche von den Aktionären durch eine Annahme entsprechender Aktientauschangebote genehmigt worden.

Beide Unternehmen haben bekannt gegeben, dass das Bekanntwerden der Vorfälle die Fusion nicht beeinträchtigen würde.