Ausbreitung von Viren verlangsamen
Computerviren könnten es in Zukunft wesentlich schwerer haben, sich im Internet zu verbreiten.
Matthew Williamson, Wissenschaftler in den Hewlett-Packard Laboratories, ist auf eine neue Möglichkeit gestoßen, die Infektionsrate drastisch zu verlangsamen.
Er will die Zahl der möglichen Verbindungen eines Computers zu einem Zeitpunkt begrenzen. So wird die Ausbreitung des Virus gedrosselt - die Techniker gewinnen Zeit, um den Bug zu finden und zu beseitigen.
"Derzeit können Computerviren so großen Schaden anrichten, da sie sich so schnell verbreiten, dass keine Zeit zum Reagieren bleibt", erklärt Williamson.
Williamson versuchte das Problem an der Wurzel zu packen. Statt einen Weg zu suchen, den Virus auszulöschen, setzte er schon bei der Verbreitung der Viren an, um eine schnelle Infektion zu verhindern.
Forschungsarbeit von Matthew WilliamsonE-Mail-Versand limitieren
Einer der berüchtigsten Würmer des vergangenen Jahres, "Code Red", infizierte binnen zwölf Stunden 300.000 Rechner weltweit. Andere Viren wie "ILOVEYOU" nutzten Sicherheitslücken in Windows-E-Mail-Programmen, um sich auszubreiten.
"Wenn ein Rechner von einem E-Mail-Virus befallen wird, versucht dieser sich binnen kürzester Zeit über Hunderte E-Mails selbst zu verschicken", sagt Williamson.
"Setzt man ein Limit, wie viele Mails pro zehn Minuten gesendet werden dürfen, kann der Virus sozusagen ausgebremst werden."
Mit Reaktion der Viren-Autoren wird gerechnet
Doch auch Williamsen ist bewusst, dass die Viren-Autoren nicht
untätig sein werden und einen neuen Weg zur Umgehung dieses Schutzes
suchen und auch finden werden. Er sieht seinen Vorteil jedoch darin,
dass man das nur mit einem langsameren Virus errreichen würde. "Und
das gibt den Technikern wieder mehr Zeit, damit umzugehen."
Das Jahr des Wurmes 2001
