0,25 Mio. USD wegen selektiver Aktien-Infos
Die US-Börsenaufsicht SEC hat ihre Verfahren gegen mehrere Unternehmen eingestellt, denen sie Verstöße gegen Veröffentlichungspflichten vorgeworfen hatte.
Die US-Firmen, darunter SAP-Konkurrent Siebel Systems und der Rüstungskonzern Raytheon, sollen für die Finanzmärkte wichtige Unternehmensnachrichten selektiv an Analysten und nicht an die Öffentlichkeit weitergegeben haben. Die SEC bezog sich dabei erstmals auf Vorschriften, die dieser früher weit verbreiteten Praxis Einhalt gebieten sollen.
Als einziges Unternehmen einigte sich Siebel mit der Behörde auf eine Vergleichszahlung. Demnach zahlt der Software-Produzent 250.000 USD, im Gegenzug lässt die SEC ihre Vorwürfe fallen.
Wie Raytheon gestand Siebel allerdings kein Fehlverhalten ein. Beide Unternehmen verpflichteten sich lediglich darauf, künftig Informationen nicht selektiv zu veröffentlichen.
SECMotorola ohne Strafe
Auch der weltweit zweitgrößte Handyhersteller Motorola war Gegenstand einer SEC-Untersuchung. Die Aufsichtsbehörde verzichtete in diesem Fall allerdings darauf, Forderungen in einem Verfahren durchzusetzen.
Bei Raytheon und Motorola hatten nach SEC-Darstellung Manager Analysten in persönlichen Gesprächen marktbewegende Informationen mitgeteilt, ohne dass diese bereits öffentlich bekannt waren.
Im Falle von Siebel soll sich der Firmenchef auf einer nicht öffentlichen Konferenz entgegen früheren Verlautbarungen optimistisch zum Geschäftsverlauf geäußert haben.
Seit Oktober 2000 gilt in den USA eine Vorschrift zur fairen Veröffentlichung von finanzmarktrelevanten Unternehmensinformationen. Demzufolge wird den Firmen verboten, diese Nachrichten an Einzelne weiterzugeben, bevor sie öffentlich bekannt gemacht wurden.
