24.11.2002

MATRIX-FORUM

Bildquelle: PhotoDisc

Zu Besuch bei Intel in Rio Rancho

"So, so, sie haben also einen Laptop von Apple und trotzdem hat man sie hier reingelassen?", scherzt Paul Otellini.

Wer den Intel-Präsident unter vier Augen zu sprechen kriegt, weiß sehr schnell, dass die Talsohle

der Halbleiterindustrie immer noch nicht durchschritten ist.

Intel mag mit einem Marktanteil von mehr als 80 Prozent zwar immer noch die weltweite Nummer Eins unter den Chipherstellern sein, doch die Krise ist so nachhaltig, dass nunmehr jeder Wettbewerbsvorteil zählt.

Erst im Juli wurden 4.000 der insgesamt 80.000 Mitarbeiter entlassen, im abgelaufenen Quartal erneut die Analysten-Erwartungen verfehlt. Trotz Sparzwang investiert Otellini weiter kräftig in die Entwicklung neuer Technologien.

"Nur so werden wir stärker aus der Rezession hervorkommen", meint der Intel-President und schaut dabei, wie zum auf Beweis auf die neue Expansion der Intel-Produktionsstätte in Rio Rancho, draußen vor seinem Bürofenster.

Paul Otellini Im Interview

"Wir haben hier gerade eine Produktionsstrasse für Wafer mit einem Durchmesser von 300 Millimeter eröffnet. Auf einen 300-mm-Wafer passen deutlich mehr Chips als auf die bisherigen, kleineren Siliziumscheiben. Es fällt also weniger Verschnitt an, die Herstellung wird rund 30 Prozent billiger und auch weniger Energie und Wasser benötigen als bislang. Ab nächstem Jahr werden wir hier auch zur 90 Nanometer-Technik übergehen, mit der wir billigere Kommunikationschips fertigen können."

Intel-Schule in Rio Rancho

Die High School von Rio Rancho, im Herzen des US-Bundesstaates New Mexiko wurde 1997 von Intel errichtet. Der Bau kostete damals 30 Millionen USD, aber trotz der wirtschaftlich mageren Zeiten fließt die finanzielle Unterstützung immer noch nach.

Die Präsenz des Chipgiganten ist allgegenwärtig. Der Konzern sorgt auch und vor allem dafür, dass die 2000 Schüler der Rio-Rancho High School stets über die neuesten Technologien verfügen.

"Intel erlaubt seinem Personal in der Schule auszuhelfen. Das an sich ist schon gut. Aber: Für jede Stunde, die ein Intel-Angestellter hier verbringt, kriegen wir noch Geld von Intel", berichtet Mathelehrer Ross Fisher-Ives, er könnte zufriedener nicht sein. "Die Intel-Belegschaft hilft uns bei der Neugestaltung der Klassenzimmer und koordiniert Forschungsprojekte."