Polizei beschlagnahmt AN.ON-Server
Auf der Jagd nach Kinderpornografie hat die deutsche Polizei einen Server des Anonymisierungsprojekt AN.ON beschlagnahmt.
Wie das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein [ULD] am Freitag mitteilte, beschlagnahmte die deutsche Polizei bereits am 6. September den Anonymisierungsserver der Organisation, der bei einem Provider in Karlsruhe aufgestellt war.
Das Projekt "AN.ON - Anonymität Online" wird vom deutschen Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit gefördert. Die Anonymisierungsserver ermöglichen es Nutzern, sich im Internet zu bewegen, ohne rückverfolgbare Datenspuren zu hinterlassen. Laut ULD nutzen viele deutsche Unternehmen diesen Dienst, um sich vor Wirtschaftsspionage zu schützen.
Später Bescheid
Die Polizei informierte den AN.ON-Serverbetreiber erst rund eine Woche danach über die Beschlagnahme. Grund für die Polizeiaktion sei die Verfolgung von Kinderpornografie-Nutzern.
ULD-Leiter Thilo Weichert schreibt: "Es ist das gemeinsame Anliegen von Datenschützern und Strafverfolgern, Kinderpornografie im Internet dingfest zu machen. So ist es - nach einem konkreten Anfangsverdacht und mit richterlichem Beschluss - bei AN.ON jederzeit möglich, die Verbreiter von Kinderpornografie zurückzuverfolgen."
AN.ON-Projekt läuft weiter
Laut Mitteilung des ULD ist AN.ON wieder online. Die Organisation ist zuversichtlich, auch den eigenen Server bald wieder in Betrieb nehmen zu können.
