Mehr Druck auf Online-Publizisten
Immer mehr Autoren und Journalisten werden nach Auskunft der Schriftstellervereinigung PEN getötet, bedroht oder verfolgt.
Betroffen seien vor allem Schreibende in Afrika und Lateinamerika.. Als Krisenstaaten nannte die Writers-in-Prison-Beauftragte Karin Clark auch die Türkei, den Iran, Russland, China, Vietnam und Kolumbien.
Auffällig sei, dass Regierungen verstärkt gegen Schreibende vorgingen, die im Internet publizierten.
Nach Informationen des PEN sind im ersten Halbjahr 2002 weltweit 16 Schriftsteller getötet worden, 15 sind verschwunden, 5 entführt und rund 290 inhaftiert worden. Andere Autoren hätten Todesdrohungen erhalten.
PENTerror und Meinungsfreiheit
In den ersten sechs Monaten dieses Jahres seien 887 Fälle von Repressionen gemeldet worden. Das seien 349 Fälle mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Als Ursache nannte Clark die Reaktionen auf die Terroranschläge am 11. September 2001. Dadurch sei der Druck auf alle gewachsen, die ihre Meinung frei äußern wollten - "nicht nur in Ländern, in denen Schreibende seit Jahren Verfolgung und Haft ausgesetzt sind."
Die Unterstützung von bedrohten Kollegen wird nach Einschätzung von Clark immer schwieriger. Im ausgerufenen Kampf gegen den Terror verlören diplomatische Interventionen, Proteste und Appelle zum Teil ihre Wirksamkeit.
