16.11.2002

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Bildquelle: PhotoDisc

Leichtes Wachstum am PC-Markt

Selbst bei einem guten Weihnachtsgeschäft dürfte das Jahr 2002 bei vielen Computerherstellern eher in schlechter Erinnerung bleiben.

Nicht nur Firmen haben angesichts der schwachen Konjunktur ihre Ausgaben in die IT-Infrastruktur gekürzt, auch viele Verbraucher zögern den Kauf eines Computers hinaus.

Dennoch sehen Manager und Experten derzeit eine Marktstabilisierung, wenn auch noch keine nachhaltige Erholung.

"Es sieht nicht danach aus, als ob der Markt noch weiter abrutschen würde", sagte Paul Bell, Europa-Chef von Dell, mit Blick auf den europäischen Markt. "Aber bislang zeigt er auch noch kein starkes Wachstum."

Das sieht auch Ulrich Kemp, Deutschland-Chef von Fujitsu Siemens, so. "Es war zwar im dritten Quartal eine Aufwärtstendenz erkennbar, aber von einer Erholung kann noch nicht gesprochen werden", sagte Kemp.

Verhaltenes Weihnachtsgeschäft erwartet

Für das diesjährige Weihnachtsgeschäft zeigen sich sowohl Fujitsu Siemens als auch Dell verhalten optimistisch. Zwar dürfte die Nachfrage vor allem nach Notebooks anziehen, aber das Verkaufsniveau des vorangegangen Jahres dürfte nicht erreicht werden.

Auch die Gartner-Analysten gehen in diesem Jahr von keinem explosionsartigen Anstieg im PC-Weihnachtsgeschäft aus.

"Die Marktpenetration für Home-PCs ist in den entwickelten Ländern relativ hoch, und die beschränkte private Kaufkraft wird die Nutzer zwingen, ihre vorhandenen Plattformen weiterhin zu nutzen," sagte Analyst George Shiffler.

Viele Familien dürften sich statt eines Upgrades ihres alten Rechners auch für eine Spielkonsole, einen DVD-Player oder eine Digitalkamera entscheiden. Qualitativ neue Technologien und Anwendungen, die den Verkauf anheizen könnten, existierten gegenwärtig nicht, und der Streit um die Formate zwischen DVD-RW und DVD+RW wirke sich zusätzlich bremsend auf die Nachfrage aus.

2003 werden alte Computer ersetzt

Auch im kommenden Jahr erwarten die Manager noch keine nachhaltige Entspannung in der Informationstechnologiebranche. Zwar dürften vor allem Firmen wieder mehr Geld für ihre IT-Infrastruktur ausgeben, aber "ich erwarte 2003 keine Wunderdinge", sagte Kemp.

Erst in der zweiten Jahreshälfte dürfte der Markt wieder anziehen. Mit Blick auf den Jahreswechsel 1999/2000 hätten sich viele Firmen und auch Privatpersonen aus Angst vor Computerproblemen neue Rechner angeschafft. Diese dürften Ende 2003 veraltet sein und müssten ausgetauscht werden, sagte Kemp. "Eine durchgreifende Erholung ist daher erst 2004 zu erwarten."

Auch Dell-Manager Bell erwartet im nächsten Jahr nur eine "bescheidene" Markterholung. Zuerst werde der US-Markt anziehen und dann die Märkte in Europa folgen, sagte er. Dazu müssten die Unternehmen aber zunächst wieder steigende Gewinne verzeichnen.