Kunststoff- könnte Glasfaser ablösen
Die überall verlegten Glasfaserkabel sind möglicherweise schon bald technisch überholt. Glasfaser gilt bislang als das Mittel der Wahl, um zügig und zuverlässig große Datenmengen über weite Entfernungen zu übertragen.
US-Wissenschaftler haben jetzt jedoch eine Faser aus Kunststoff vorgestellt, die billiger herzustellen ist und trotzdem zwanzig mal mehr Daten bewältigt.
Ein Glasfaserkabel ist eine dünne, biegsame Faser aus transparentem, also optisch leitfähigem, glas-ähnlichen Material, das zur Übertragung optischer Signale dient. Es wird aus dem Rohmaterial Siliziumdioxid hergestellt. Das eingespeiste Licht-Signal wird auf seinem Weg durch die Faser ständig so von den Wänden des Kabels reflektiert, das es nicht seitlich austreten kann.
Bell LabsGoldkern mit Kunststoff beschichtet
Bisher werden Daten im Internet mit Frequenzen von etwa 10 Gigahertz übertragen. Die neue Faser schafft jedoch 200 Gigahertz, schreiben die Forscher der Bell-Labs in Murray Hill [USA].
Bei dieser Geschwindigkeit sei es möglich, datenreiche Multimedia-Anwendungen in Echtzeit zu übertragen. Nach Ansicht der Wissenschaftler werden entsprechende Anforderungen schon bald auf das Internet zukommen.
Für ihre Faser haben die Wissenschaftler um einen feinen Goldkern mehrere Schichten aus Kunststoffen gelegt. Ummantelt wird die Faser von Kunstharz.
Dieser Aufbau soll garantieren, dass eingespeiste Daten über große Strecken nicht verloren gehen. In ihren Labors hätten sie die neuen Faser bereits erfolgreich eingesetzt, schreiben die Forscher.
