Polizeisoftware vergleicht Handflächen
Die deutsche Polizei will Straftäter mit Hilfe eines neuen Identifikationsverfahrens schneller überführen.
Künftig sollen auch Handflächenabdrucke, wie Fingerabdrücke bereits seit zehn Jahren, am Computer ausgewertet und verglichen werden, bisher musste diese Arbeit noch von den Beamten selbst erledigt werden.
Möglich macht das neue Verfahren die Software "MetaMorpho" von Sagem, die deutschlandweit eingesetzt werden soll.
Automated Fingerprint Identification
MetaMorpho ist eine AFIS [Automated Fingerprint Identification
System]-Plattform, mit der sich Finger- und Handflächenabdrucke
erfassen, speichern und vergleichen lassen. Das System speichert
Fotos jeder Größe und Auflösung [höher als 500-1.000 dpi] und auch
ganze Polizei-Datenblätter mit Fingerabdrücken, Handfläche,
gesammelten Informationen etc. können abgerufen werden.
Sagem MetaMorphoErste Anwendung im Fall "Johanna"
Das automatische Vergleichsverfahren soll erstmals bei der am Dienstag im hessischen Ranstadt-Bobenhausen beginnenden Reihenuntersuchung eingesetzt werden, mit der die Fahnder den Mörder der acht Jahre Johanna Bohnacker ermitteln wollen.
Etwa 370 Männer aus dem Heimatdorf des Kindes sowie Männer, die dort regelmäßig beruflich zu tun haben, zwischen 18 und 65 Jahren sollen dabei ihre Finger- und Handabdrücke abgeben. Die Teilnahme ist freiwillig. Die Handflächenabdrücke werden laut Polizei mit den Klebebandspuren verglichen und anschließend wieder vernichtet.
