Eine DVD mit 87 Gigabytes
Forscher am Boston College haben einen Weg gefunden, den Inhalt von knapp 20 DVDs auf eine einzige Scheibe zu bannen.
Das optische Medium wird allerdings nicht mit hochspezialisierter Technik, sondern mit herkömmlichen und leicht zu erhaltenden Substanzen hergestellt. Dazu gehören ein Epoxykleber aus dem Baumarkt und eine glasähnliche Substanz.
Die daraus geformte Scheibe im DVD-Formfaktor kann rund 87 Gigabytes speichern, was knapp 100.000 Taschenbüchern entspricht. Eine herkömmliche DVD kann 4,7 Gigabytes speichern.
Das Forschungsergebnis ist nicht nur auf Grund der verwendeten Materialien interessant, sondern auch wegen der Tatsache, dass die Daten stabil bleiben.
"Es begann alles, als wir versuchten, wahllos verschiedene Materialien einzusetzen", sagt John Fourkas, ein Chemieprofessor, der die Forschungen am Boston College leitet. "Es war mehr ein Zufall." Ein spezieller Laser schreibt die Daten, indem das Material chemisch verändert wird.
Professor FourkasDreidimensionale Speicherung
Die Daten werden nicht nur in einer Ebene, sondern dreidimensional gespeichert. Für das freie Auge erscheint das Medium komplett durchsichtig. Derzeit kann der Prototyp bis zu 25 Layer beschreiben. Die Daten bleiben auch nach mehrmaligem Lesen durch einen schwachen Laserstrahl stabil.
Die Forschungen zu der Mega-DVD begannen vor rund 18 Monaten, als die US Air Force 344.000 USD für das Projekt genehmigte. "Die Luftwaffe ist interessiert daran, stabile Speichermedien zu besitzen, die eine Menge an Daten auf kleinem Platz speichern", so Fourkas. Die entsprechenden Geräte würden in Satelliten und Flugzeugen eingesetzt.
Medien sollen wieder beschreibbar werden
Derzeit wird daran gearbeitet, das Medium wieder beschreibbar zu machen. Auch an den Kosten wird gefeilt: Zwar ist das Medium selbst auf Grund der Verwendung billiger Materialien sehr günstig, der Laser belastet das Budget allerdings schwer: Der im Forschungsteam zum Einsatz kommende Laser kostet rund 100.000 USD. Fourkas ist überzeugt, dass mit fortschreitendem Forschungsstand und bei einer Massenproduktion der Preis extrem gesenkt werden könnte.
