14.11.2002

ZAHLEN Q1-Q3

Bildquelle: Telering

Telering steigert Umsatz um ein Drittel

Österreichs kleinster aktiver Mobilfunkbetreiber telering hat am Donnerstag Geschäftszahlen für das dritte Quartal und die ersten drei Quartale des laufenden Jahres präsentiert.

Im dritten Quartal konnten im Mobilfunkbereich 12.000 Neukunden gewonnen werden, womit telering zum Stichtag 30. September etwa 288.000 0650-User verzeichnete. Im Festnetzbereich gab es hingegen leichte Rückgänge auf 173.000 Kunden. Die Gesamtkundenzahl hat sich im Jahresabstand damit um elf Prozent erhöht.

Beim Umsatz konnte ein Wachstum vom 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal auf 51,6 Millionen Euro gemeldet werden, das EBITDA [Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen] beläuft sich auf minus 2,4 Mio Euro [nach minus 25 Mio Euro].

MMS kommt erst, "wenn es gut funktioniert"

Während der Anteil der Postpaid-Kunden ["Vertragskunden"] auf 61 Prozent gestiegen ist, bewegt sich der Anteil der aktiven GPRS-Nutzer noch "im einstelligen Prozentbereich". Dennoch sieht telering-Chef Hubertus Hofkirchner "ein GPRS-Kunden-Potenzial von 70 bis 75 Prozent" in etwa drei Jahren.

Auf den kurz bevorstehenden Launch von MMS-Diensten bei One angesprochen, sagte er, telering führe derzeit interne Tests durch.

MMS sei "noch nicht marktreif", sein Unternehmen werde dies erst anbieten, wenn Interoperabilität zwischen Handys verschiedener Hersteller einerseits, den verschiedenen Mobilfunknetzen andererseits gegeben sei - was er für die erste Jahreshälfte 2003 erwarte.

UMTS ohne Philosophie

Für telering sei UTMS eine unausgereifte Technik, deren Erwartungen viel zu hoch angesetzt seien, stellte Hofkirchner seine Ansicht dar. Auch seien die Lizenzauflagen zu unflexibel.

Daher werde telering vorerst nur die Lizenzauflagen [25 Prozent Netzabdeckung bis Ende 2003] erfüllen und ansonsten abwarten. "Ein paar Leute werden sich das [UMTS] antun", aber Massenmarkt werde es keiner werden, solange die Geräte nicht den Erwartungen entsprächen und beispielsweise Handovers von und zu den GSM-Netzen nicht funktionieren würden. Auch müssten die Entwicklungen im WLAN-Bereich abgewartet werden.

Bezug nehmend auf geplante proprietäre Dienste anderer Anbieter sagte Hofkirchner: "Die 'Philosophie' von UMTS kaufen wir niemandem ab. Es ist einfach eine Technologie zur Datenübertragung." Weiter führte er aus, man werde im Sinne einer "Open Mobile Data Service Plattform" allen Content- und Application-Anbietern zur Verfügung stehen und zog einen historischen Vergleich "BTX versus offenes Internet" [BTX = Bildschirmtext, ein ehemaliger Online-Dienst].

Auch hier habe sich die offene Plattform "Internet" gegen die proprietären Angebote im BTX-System durchgesetzt. "So ungefähr sehen wir das", meinte der telering-Chef.