Satte Nachzahlung für MS-Freelancer
Microsoft muss fast 12.000 jetzigen und ehemaligen Leiharbeitern und Freelancern Prämien nachzahlen, die nur Festangestellten vorbehalten waren. Ein entsprechender Vergleich vom Mai wurde jetzt vom obersten Gerichtshof der USA bestätigt.
Bei dem Rechtsstreit geht es inklusive Prozesskosten um eine Summe von rund 97 Millionen USD.
Verfahren läuft seit 1992
Das Verfahren begann bereits 1992 auf Grund einer Klage zweier so
genannter "Permatemps", die mit Zeitverträgen über mehrere Jahre für
den Software-Konzern arbeiteten, teilte die Gewerkschaft der
Technologiearbeiter des US-Bundesstaates Washington, "Washtech",
mit.
WashtechGleiche Pflichten, weniger Rechte
Über Leiharbeit und Scheinselbstständigkeit drücken auch in Österreich viele Unternehmen die Gehälter und schaffen Beschäftigungsverhältnisse ohne Kündigungsfristen und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.
Der Fall hatte zu Beginn der neunziger Jahre international für Aufsehen gesorgt, weil es dahin in der US-IT-Industrie kaum gewerkschaftliche Aktivitäten gegeben hatte.
Die Leiharbeiter arbeiteten zwar mit den gleichen Pflichten wie ein Angestellter bei MS, hatten jedoch im Gegensatz zu Festangestellten kein Anrecht auf Aktienoptionen und andere Sonderzahlungen des Konzerns.
Verträge werden erst nach Pause wieder verlängert
Um ähnlichen Klagen in Zukunft zu entgehen, verlängert MS befristete Verträge nicht mehr direkt zum Ende der Laufzeit. Wer beispielsweise ein Jahr im Unternehmen arbeitet, kann jetzt erst wieder nach 100 Tagen Pause auf neue Aufträge hoffen.
