Verluste durch Online-Abschreibung
Deutschlands drittgrößte börsennotierte Bank, die Commerzbank, wagt nach einem höher als erwarteten Verlust im dritten Quartal für 2002 keinen Ausblick auf Ergebnis oder Dividende und forciert ihren Stellenabbau.
Bankchef Klaus-Peter Müller bestätigte am Dienstag 300 Entlassungen im Investmentbanking und ein Banksprecher erklärte, im Konzern stünden in den nächsten zwei Jahren bis zu 3.000 weitere Arbeitsplätze zur Disposition.
Der Verlust betrug vor Steuern im dritten Quartal 133 Millionen Euro nach einem Fehlbetrag von sogar 279 Millionen Euro vor Jahresfrist.
Analysten waren vor allem von den Abschreibungen in Höhe von mehr als 800 Millionen Euro enttäuscht.
Dabei kam der Bank noch ein Buchgewinn von etwa 700 Millionen Euro durch die Verschmelzung ihrer Hypothekenbank-Tochter Rheinhyp mit der Deutsche-Bank-Tochter Eurohypo zu Gute.
Commerzbank InvestorBeteiligung von Comdirect an T-Online
Beim Ergebnis aus Beteiligungen verbuchte die Commerzbank einen Verlust von 531 Millionen Euro nach einem Fehlbetrag von 74 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Ein Großteil der 800-Mio-Abschreibungen entfällt auf die Beteiligung des Direktbrokers Comdirect an der Telekom-Tochter T-Online.
An einer Fusion der Tochter Comdirect mit der DAB Bank ist Müller weiter interessiert. Er gehe davon aus, dass es zu Sondierungsgesprächen kommen werde. Alle Beteiligten seien bereit, sich mit den Thema Konsolidierung zu befassen.
Web-Broker Comdirect und DAB vor Fusion
