Ein Strategie-Game für Fortgeschrittene
Vier Jahre Entwicklung und drei Millionen Euro stecken in "Anno 1503", dem Nachfolger von "Anno 1602". Herausgekommen ist ein komplexes Echtzeit-Strategiespiel mit vielen Möglichkeiten und Details und anspruchsvollem Schwierigkeitsgrad.
Der teilweise hohe Schwierigkeitslevel und zahlreiche Bugs können den Einstieg erschweren. Echte Strategiefans werden sich aber auch durch diese Anfangsprobleme beißen und könnten dabei eine Menge Spaß im Mittelalter haben.
Backstage bei Max Design
Das Kernteam der Entwicklung von Anno 1503 bilden die
österreichische Firma Max Design aus Schladming. Sunflowers
koordinierte alle Arbeiten an dem Projekt und wickelt die Marketing-
und PR-Aufgaben ab. Electronic Arts vertreibt das Spiel weltweit.
FM4 Backstage bei den Anno-EntwicklernGeld durch Handel und Verkauf
Im Gegensatz zum Vorgänger werden in Anno 1503 keine Steuern mehr eingehoben, sondern Geld durch den Verkauf der Waren an Bürger und Handelspartner verdient.
Dazu muss zuerst eine florierende Wirtschaft aufgebaut werden, nachdem man mit seinem Schiff die passende Insel gefunden hat. Wenn nicht alles selbst produziert werden kann, muss mit anderen Weltenbewohnern Handel getrieben werden.
Sind die Grundbedürfnisse befriedigt, geht es an den Ausbau der Siedlung. Gasthäuser, Schulen, Kirchen und Arzt steigern die Zivilisationsstufe und ebnen den Weg für die Aristrokratie.
Nicht alle Völker im Spiel sind friedlich gesinnt. Gut eingesetzte Diplomatie, Militärbündnisse und Schutzgeld helfen Pazifisten, wer es gerne kriegerisch hat, wird ebenfalls ausreichend bedient.
Völker dieser Erde
Mit neun verschiedenen "Völkern" kann Handel getrieben werden,
darunter "Afrikaner", "Mongolen" oder "Venezianer". Je nach "Volk"
werden unterschiedliche Waren angeboten oder benötigt.
Anno 1503Schwieriger Einstieg
Optisch ist Anno ohne Tadel. Es tummelt sich jede Menge Getier auf den Inseln, je nach Klimazone Eisbären, Rehe oder Hasen. Die Gebäude und Figuren sind einwandfrei animiert und selbst auf einem älteren PC ruckelt augenscheinlich nichts. Das große Menüsystem verhindert allerdings eine weite Einsicht, die drei Zoomstufen helfen dabei nur bedingt.
Der Sound ist Geschmackssache, endlose mittelalterlich klingen wollende Musik ist wahrscheinlich nicht jedermanns Sache. Ansonsten sind Töne und Sprachausgabe platziert und passend.
Dem Anfänger seien die Tutorien, genauso wie das Handbuch, ans Herz gelegt um sich zumindest einen groben Überblick verschaffen zu können. Die Gamer-Community hatte sich über den hohen Schwierigkeitsgrad bei den ersten beiden Endlosspielen und Kampagnen-Szenarien beschwert, durch den ersten Patch sollen diese vereinfacht worden sein. Der Multiplayer-Modus wird durch diesen Patch noch nicht freigeschalten.
Bug-Liste
Mehrere Bugs werden laut Homepage mit dem Beta-Patch behoben. Die
Community nimmt die Sache mit Humor, im Board findet sich auch ein
"Best of Bugs". Zitat: "2 Soldaten mit Rahmen markieren. Einen
dieser Soldaten bekämpfen. Nun den übriggebliebenen Soldaten *sich
selbst* bekämpfen lassen. Wenn dieser stirbt, stürzt das Spiel ab."
"Best of Bugs"Wirtschaftssimulation für Fortgeschrittene
Die zahlreichen Möglichkeiten, wie Handel, Krieg führen, Entdecken und Diplomatie, machen Anno für den Anfänger und Einsteiger zu einem zunächst nur schwer durchschaubaren Spiel.
Zeitweise mutet Anno wie eine Wirtschaftssimulation an, anders als bei z.B. "Die Siedler" kann nicht alles bei Bedarf auch schon selber produziert werden und muss durch Handel herangeschafft werden, sonst werden die Bürger schnell ungemütlich.
Sind Geld oder Rohstoffe knapp, kann auch nicht durch bloßes Abwarten wieder ausreichend davon generiert werden, selbst das Abreißen der Gebäude bringt dann nichts.
Andererseits hat dies für Geübte wahrscheinlich mehr Reiz als nur niedliche Figuren auf dem Schirm herumwuseln zu sehen.
