09.11.2002

DOOLITTLE

Bildquelle: PhotoDisc

Software übersetzt Kuh-Muhen

Nachdem in Japan bereits Geräte auf dem Markt sind, die Hundegebell übersetzen sollen und in spanischen Apotheken Geräte angeboten werden, die Baby-Schreie übersetzen sollen, hat sich nun ein Deutscher eines weiteren Verständigungsproblems angenommen.

Ein Computerprogramm soll Kühe am Muhen identifizieren und an der Art des "Muhs" deren Bedürfnisse erkennen.

Das Ziel ist die effiziente und artgerechte Überwachung landwirtschaftlicher Nutztiere zur Erhaltung und Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens der Tiere.

Geringer Wortschatz

Forschern am Braunschweiger Institut für Technologie und Biosystemtechnik ist es gelungen festzustellen, was die Kühe mit ihrem Muhen meinen. Mit einer Treffgenauigkeit von 90 Prozent erkennen sie am Tonfall, ob das Tier hungrig oder durstig ist oder zum Beispiel gemolken werden muss.

Das Sprachrepartoire der Kühe ist nicht allzu umfangreich. Der gesamte Wortschatz umfasst nur ungefähr ein dutzend Laute, die der Computer übersetzen muss.

Das Computerprogramm analysiert die die Stimmproben der mit Mikrofonen augerüsteten Vierbeiner und scannt dann nach spezifischen Tonfrequenzen oder auch Abweichungen [wie ein Husten]. Anhand der Tonlagen werden den Kühen dann Bedürfnisse zugeordnet. Die Spracherkennung lässt sich auch von Hintergrundgeräuschen nicht beeinflussen.

Schnelles Erkennen einer brünstigen Kuh

Den größten kommerziellen Anreiz hat dieses System in der schnellen Erkennung einer brünstigen Kuh. Dieser Zustand dauert meist nur ein paar Stunden an und wenn die Kuh in dieser Zeit nicht mit Bullensamen besamt wird, geht dem Bauer viel Geld durch die Lappen.

Meldet der Computer anhand der über Mikrofon aufgenommen Laute eine brünstige Kuh, kann der Bauer den Zeitpunkt der Besamung nicht verpassen. Konventionelle Methoden, die die Milch der Kuh analysieren, um den Zeitpunkt festzustellen, sind lange nicht so genau wie die Spracherkennungssoftware.