10.11.2002

MATRIX-FORUM

Bildquelle: AV

Grassroot-WLANs liegen im Trend

Beim Stichwort "Wireless" denken viele Menschen an schicke Laptop-User, die in Airport-Lounges ganz ohne lästigen Kabelsalat online gehen. Doch derzeit schießen drahtlose, nichtkommerzielle

Nachbarschaftsnetze wie Pilze aus dem Boden und stellen das Geschäftsmodell von Netzbetreibern in Frage.

Die "Frequenz-Rebellen" betreiben Ressourcen-Sharing, basteln WLAN-Antennen im Eigenbau und

schaffen mit den offenen Funknetzen einen Contra-Punkt zur .COM Depression.

"Wir bauen freie Netzwerke, im Moment haben wir in England zirka 400 Nodes, aber es gibt auch

unzählige Nodes von Leuten, die sich nicht registriert haben¿, erzählt James Stevens, einer der Gründer der englischen Initiative "Consume.net".

Die neue Nachbarschaftshilfe

"Ich hab mich jetzt entschieden, zusammen mit den Leuten in meinem Haus eine Wave-LAN-Verbindung aufzubauen, um die erste Zelle zu starten und den Kiez zu vernetzen", so Jürgen Neumann, der in einem Hausprojekt im Berliner Stadtteil Friedrichshain lebt.

Der Kiez im ehemaligen Ostteil der Stadt war mit seiner relativ intakten Gründerzeitbebauung zuerst ein Anziehungspunkt für Hausbesetzer und dann für eine junge, studentische Wohnbevölkerung.

Heute 22:30 im Ö1-Magazin matrix

Mit dem Teilen von Bandbreite für Bürger-Wlans hat der Community-Gedanke, der das Internet groß gemacht hat, eine neue Ausformung und die Do-it-yourself-Aktivisten ein neues Betätigungsfeld gefunden. Einer Community widmet sich auch der zweite Teil der Sendung: Vor 10 Jahren, am 12. November 1992, erblickte die Black.Box das Licht der Welt. Internet wurde damals noch vom

Glas-Bumerang

Nach der Wiedervereinigung hat die Telekom im Zuge der Erneuerung des Telefonnetzes statt der herkömmlichen Kupferleitungen Glasfaserkabel verlegt.

Das anscheinend hochmoderne Opal-Netz erweist sich für die Bewohner wenige Jahre später als großer Nachteil.

Die Kupfertechnologie DSL kann hier nicht angeboten werden, und so gibt es hier auch keine leistbaren Breitbandzugänge. Kein Wunder, dass besonders hier über selbstgemachte Netze nachgedacht wird.