Grassroot-WLANs liegen im Trend
Beim Stichwort "Wireless" denken viele Menschen an schicke Laptop-User, die in Airport-Lounges ganz ohne lästigen Kabelsalat online gehen. Doch derzeit schießen drahtlose, nichtkommerzielle
Nachbarschaftsnetze wie Pilze aus dem Boden und stellen das Geschäftsmodell von Netzbetreibern in Frage.
Die "Frequenz-Rebellen" betreiben Ressourcen-Sharing, basteln WLAN-Antennen im Eigenbau und
schaffen mit den offenen Funknetzen einen Contra-Punkt zur .COM Depression.
"Wir bauen freie Netzwerke, im Moment haben wir in England zirka 400 Nodes, aber es gibt auch
unzählige Nodes von Leuten, die sich nicht registriert haben¿, erzählt James Stevens, einer der Gründer der englischen Initiative "Consume.net".
Konsum-Gedanke
In ihr vernetzten sich Londoner Aktivisten mittels Funktechnik,
weil es der British Telekom bei weitem nicht gelang die Nachfrage
nach Breitband-Anbindungen zu befriedigen. Propagiert wird
Selbstorganisation, Empowerment und die Emanzipation durch Technik.
Consume.netAdam Burns im Interview
"Ich bin Mitbegründer eine Gruppe die sich 'Free to Air' nennt.
Wir arbeiten eng mit anderen Netzwerkgruppen aus aller Welt
zusammen, darunter Consume, vielen amerikanische Gruppen und den
entstehenden europäischen Gruppen. Unsere Bemühungen konzentrieren
sich darauf, lokale drahtloseComputernetzwerke aufzubauen, die sich
im Besitz einzelner befinden. Wir sind dabei, die
Kommunikationsinfrastruktur wieder in die Hände der Nutzer und der
Communities zu geben.
free2airDie neue Nachbarschaftshilfe
"Ich hab mich jetzt entschieden, zusammen mit den Leuten in meinem Haus eine Wave-LAN-Verbindung aufzubauen, um die erste Zelle zu starten und den Kiez zu vernetzen", so Jürgen Neumann, der in einem Hausprojekt im Berliner Stadtteil Friedrichshain lebt.
Der Kiez im ehemaligen Ostteil der Stadt war mit seiner relativ intakten Gründerzeitbebauung zuerst ein Anziehungspunkt für Hausbesetzer und dann für eine junge, studentische Wohnbevölkerung.
Heute 22:30 im Ö1-Magazin matrix
Mit dem Teilen von Bandbreite für Bürger-Wlans hat der Community-Gedanke, der das Internet groß gemacht hat, eine neue Ausformung und die Do-it-yourself-Aktivisten ein neues Betätigungsfeld gefunden. Einer Community widmet sich auch der zweite Teil der Sendung: Vor 10 Jahren, am 12. November 1992, erblickte die Black.Box das Licht der Welt. Internet wurde damals noch vom
Korrekturprogramm durch Internat ersetzt und Information Highway war selbst für Al Gore noch ein Fremdwort. "Black.Box Nostalgie" verbreiten zwei Studiogäste, die die Black Box maßgeblich geprägt haben, der Gründer und Ehrenpräsidenten Michael Eisenriegler und die jetzige Vereinspräsidentin Romana Cravos.
matrix - computer & neue medienGlas-Bumerang
Nach der Wiedervereinigung hat die Telekom im Zuge der Erneuerung des Telefonnetzes statt der herkömmlichen Kupferleitungen Glasfaserkabel verlegt.
Das anscheinend hochmoderne Opal-Netz erweist sich für die Bewohner wenige Jahre später als großer Nachteil.
Die Kupfertechnologie DSL kann hier nicht angeboten werden, und so gibt es hier auch keine leistbaren Breitbandzugänge. Kein Wunder, dass besonders hier über selbstgemachte Netze nachgedacht wird.
74 Nodes in AT
Bei der Node Database Europe sind derzeit 74 österreichische
Nodes registriert. Viele warten jedoch darauf, dass sich auch in
ihrer Nachbarschaft potenzielle Node-Besitzer eintragen.
Wireless Community Project Node Database Europe
