07.11.2002

BIOMETRIE

Bildquelle: ORF.at

Krankenhaus mit Augen-Scanner

Mit einer biometrischen Zugangskontrolle will ein deutsches Krankenhaus jetzt Kindesentführungen vorbeugen.

Seit Donnerstag ist auf der Säuglingsstation des Städtischen Krankenhauses von Bad Reichenhall ein Iris-Scanner, der das Auge der Eintretenden abtastet, in Betrieb.

Eine computergesteuerte Kamera fotografiert aus kurzer Entfernung die Augeniris von Besuchern und Personal. Dabei vergleicht der Scanner Details der Iris mit den gespeicherten biometrischen Daten.

Nur wenn die Daten mit denen der Zugangsberechtigten übereinstimmen, öffnet sich die Tür zur Säuglingsstation.

Abgleichung dauert ein bis zwei Sekunden

Durch einen Blick aus sieben bis 25 Zentimetern Entfernung wird das Bild der Iris erfasst und in einen 512 Byte "kompakten" Iris-Code verarbeitet. Sobald eine Iris einem gültigen, gespeicherten Iris-Code in der Datenbank entspricht, wird der Zutritt gewährt.

Das verwendete System "LG IrisAccess 2200" der bayrischen Firma Byometric soll eine Erkennungsgeschwindigkeit von ein bis zwei Sekunden aufweisen.

Die Überprüfung der Iris wird weder durch Brillen noch Kontaktlinsen behindert, lediglich Träger einer Sonnenbrille müssen diese während des Scan-Vorgangs abnehmen.

Testbetrieb auch in AT

Nach Angaben von Byometric wird das System derzeit auch in Österreich getestet. Das Bundesministerium für Landesverteidigung soll Interesse an dem Iriserkennungssystem gezeigt und dieses bereits in Wien im Testbetrieb laufen haben.

Auf Anfrage der fuZo konnte man bei den zuständigen Stellen im Ministerium keine Angaben zum jetzigen und später geplanten Einsatzort des Augen-Scanners machen - man wurde darüber nicht in Kenntnis gesetzt.