Weitere Bilanzkorrekturen bei WorldCom
Die durch Bilanzfälschungen schwer angeschlagene US-Telekomgesellschaft WorldCom Inc. muss ihre Zahlen wahrscheinlich erneut korrigieren.
Als Betrag nannte die unter Gläubigerschutz nach Kapitel elf des US-Insolvenzrechts stehende WorldCom am Dienstag mehr als neun Milliarden USD. Diese Schätzung basiere auf vorläufigen Nachprüfungen zusammen mit der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission [SEC].
Bilanz um neun Mrd. USD aufgebläht
Die SEC hat unterdessen die Klage gegen WorldCom erweitert. Das
Telefonunternehmen habe seine Umsätze mindestens seit 1999 um etwa
neun Milliarden USD aufgebläht. Zudem habe WorldCom Gesetze bei der
Ausgabe von Wertpapieren verletzt.
WorldComWorldCom will raus aus Gläubigerschutz
Die Bilanzkorrekturen haben laut WorldCom weder Einfluss auf die Kunden noch auf das Bestreben, den Gläubigerschutz hinter sich zu lassen. Dieser Schritt soll Mitte nächsten Jahres erfolgen. Die Gesellschaft hat nach den Angaben mehr als eine Milliarde USD in bar und Zugriff auf weitere Mittel in Höhe von 1,1 Milliarden USD.
WorldCom ist die zweitgrößte US-Ferngesprächsgesellschaft und der weltgrößte Internet-Netzwerkbetreiber. Die Gesellschaft hatte im Juli Konkurs im Rahmen des Kapitels elf angemeldet. Ein solches Konkursverfahren erlaubt die Weiterführung der Geschäfte und einen Sanierungsversuch unter Aufsicht des Konkursrichters.
Die Insolvenz von WorldCom ist die bisher größte der US-Geschichte.
