Initiative für alternative Root-Server
Das alternative DNS-Netzwerk "Open Root Server Network" [ORSN], welches als Backup zum bestehenden ICANN-Netzwerk [Internet Corporation for Assigned Names and Numbers] fungieren soll, nimmt angeblich Formen an: Nach der Gründung im Jänner 2002 beteiligen sich nach ORSN-Informationen immer mehr engagierte ISPs und Systemoperatoren an dem Projekt.
ORSN soll sicherstellen, dass willkürliche oder unwillkürliche Ausfälle der bestehenden Root-Nameserver, welche sich großteils in den Vereinigten Staaten befinden, keine Auswirkungen auf den Internet-Betrieb haben.
Eine dezentrale Verteilung der Root-Nameserver über den Globus bringt nicht nur politische Vorteile wie Autonomie, sondern auch technische: Internet-Benutzer und Nameserver-Betreiber profitieren von der Lastenverteilung und kürzeren Wegstrecken, auch z. B. von höherer Geschwindigkeit der essenziellen DNS-Dienste.
Open Root Server Network13 Server für Europa
Andere Ziele als Backup-Zwecke werden vom ORSN explizit nicht verfolgt. Eine Erweiterung durch zusätzliche, inoffizielle TLDs wird vom ORSN nicht angestrebt.
Die durch technische Einschränkungen des DNS-Protokolls bedingte maximale Ausbaustufe des ORSN beträgt 13 Root-Server - welche möglichst gleichmäßig auf den gesamten EU-Raum verteilt sein sollen.
In Österreich beheimatet ATnet einen der ORSN-Server in seinem Wiener Rechenzentrum "ViVi". Dort ist der Server via 1.2 Gigabit/s-Glasfaser direkt an den 100 Meter entfernten VIX ["Vienna Internet eXchange"] angebunden.
ATnet
