"Per SMS nach Straftätern fahnden"
Die Polizei in Deutschland will künftig auch "per SMS nach Straftätern fahnden".
Mit der Offensive sollen "bestimmte Bevölkerungsgruppen" gezielt in die Fahndung nach flüchtigen Straftätern einbezogen werden, wie das Bundeskriminalamt [BKA] in Wiesbaden am Montag mitteilte.
Dabei setzt die Polizei auf die freiwillige Mitarbeit von Teilen der Bevölkerung, die sich "berufsbedingt im öffentlichen Raum bewegen", wie etwa Mitarbeiter des Personennahverkehrs, Taxi- und Busfahrer sowie städtische Hilfspolizeibeamte.
In den Polizeidienststellen ist für die Benachrichtigung via SMS die Installation einer speziellen Software nötig. Erprobt wird die neue Fahndungsmethode sukzessive in zehn Polizeidienststellen der Länder in der Öffentlichkeitsfahndung, im BKA soll sie zur Alarmierung der eigenen Kräfte bei bestimmten Einsätzen getestet werden. Fünf Monate lang wird das neue Fahndungsinstrument zunächst zur Probe laufen. Erweist sich der Ansatz als sinnvoll, ist ein flächendeckender Einsatz denkbar.
BundeskriminalamtHilfssheriffs
Die ausgewählten Personen erhalten ein SMS auf ihr Handy, etwa mit der Beschreibung eines flüchtigen Bankräubers, eines entwichenen Häftlings oder einer vermissten Person.
Auch Kfz-Kennzeichen können "ohne Zeitverzug übermittelt und immer wieder auf dem Display abgerufen werden".
"Die schnelle und direkte Einbeziehung ausgewählter Berufsgruppen eröffnet der Zusammenarbeit von Polizei und Bevölkerung neue Perspektiven und erhöht die Wahrscheinlichkeit, eine Straftat unmittelbar nach ihrer Begehung aufzuklären", erklärte BKA-Präsident Ulrich Kersten die geplante "SMS-Offensive".
Das Münchner Unternehmens Safe City hat bereits letztes Jahr versucht, Steckbriefe per SMS mit Werbebotschaften zu kombinieren:
Verbrecherjagd per SMSSchnappschüsse an die Polizei
In Japan geht die Polizei beim Einsatz von Handys schon einen Schritt weiter: In Osaka soll die zunehmende Verbreitung von Mobiltelefonen mit Kameras genutzt werden.
Die Behörden haben dort eine eigene Hotline eingerichtet, an die Opfer oder Zeugen von Verbrechen Fotos und Videoclips senden können.
Die Bürger sollen ihre Mobiltelefone dazu benutzen, Bilder von den Tätern und von bei einem Verbrechen verwendeten Fahrzeugen an die Polizei zu senden. Das eingesandte Material soll der Identifikation und der Verfolgung der Täter dienen.
Die Polizei entschloss sich zu dieser Maßnahme nach einer plötzlichen Zunahme von Handtaschen-Diebstählen.
Japan: Mit dem Handy auf "Verbrecherjagd"
