Neuer Ärger um TA-Schnurlostelefon
Ein von der Telekom Austria [TA] zum Sonderpreis angebotenes Schnurlostelefon, über das eigentlich nur bei der TA telefoniert werden sollte, funktioniert auch bei der Konkurrenz.
Drückt man auf dem fraglichen Gerät - einem Siemens-Telefon - eine Sekunde lang auf die R-Taste, wird die voreingestellte Betreibervorwahl [Carrier Preselection] aufgehoben. Das hat die Telekom-Controll-Kommission [TKK] in einem Verfahren gegen die TA festgestellt.
Weil die TA auf der Verpackung aber behauptet, dass ihr Schnurlostelefon "nur zum Betrieb und für Verbindungen über das Netz von Telekom Austria" und "nicht für Call by Call sowie für Carrier Preselection geeignet" ist, droht ihr nun eine Klage wegen irreführender Produktinformation.
Hochrechnung
Nach dem drücken der R-Taste erscheint auf dem Display ein "P".
Danach kann die Nummer eingegeben werden. Vor der Wahl der Nummer
legt das Handy ein dreisekündige Pause ein. Bei zehn Wahlvorgängen
pro Tag ergibt das zusammen mit dem einsekündigen Drücken der
R-Taste in einem Jahr mehr als vier Stunden "Wartezeit".
Umstrittenes Schnurlostelefon-Angebot der TelekomVerstoß gegen das Irreführungsverbot
Auf die Möglichkeit der Umgehung der "Verbindungsnetzbetriebssperre" durch das einfache Drücken einer Taste wird laut TKK nicht hingewiesen: "Ein Verstoß gegen das Irreführungsverbot des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb [UWG] zu Lasten der Endkunden wie auch der Wettbewerber der Telekom Austria" sei daher nicht auszuschließen, so die TKK.
Ein Verfahren wegen telekommunikationsrechtlichen Missbrauchs [Diskriminierung] wurde hingegen eingestellt. Die Regulierungskommission geht davon aus, dass die Telekom Austria ihre Kunden von dieser Möglichkeit entsprechend informieren wird.
