03.11.2002

ZU GUETIG

Bildquelle: ORF

"Microsoft Nein Danke" aus Namibia

SchoolNet Namibia, ein Projekt zur Förderung der Schülerausbildung an Computern in dem afrikanischen Land, hat ein Spendenangebot des Softwarekonzerns Microsoft dankend abgelehnt.

Der Redmonder Softwarehersteller wollte Office-Pakete im Wert von 2.000 USD in das afrikanische Land schicken. Die Software war für den Einsatz auf 50 Acer-Laptops gedacht, die SchoolNet preisgünstig erhalten hatte.

Um die angebotene Software nutzen zu können, hätte das Bildungsprojekt jedoch 9.000 USD für Windows-Lizenzen ausgeben müssen, die Microsoft nicht mitlieferte.

Kampf um Marktanteile gegen Linux

Das "Spendenangebot" aus Redmond umfasste zusätzlich Hard- und Software für Netzwerkzugänge, für die ebenfalls das Betriebssystem benötigt worden wäre. Für diese wären 22.500 USD fällig geworden und die Schulen hätten quasi als Alphatester ["Pilotprojekte"] herhalten müssen.

Hintergrund der Aktion ist nach Ansicht von SchoolNet nicht der geringe Umsatz, den Microsoft mit den benötigten Windows-Lizenzen erhalten hätte.

Vielmehr ging es dem Konzern offenbar um zukünftige Marktanteile in Afrika - schließlich werden von dem Projekt sowohl auf den Servern als auch auf den Desktop-Rechnern Linux-Systeme und verschiedene andere Open Source-Produkte eingesetzt.

MS-Produkte sind zu teuer

Die Ausbildung der Schüler aus dem armen Land im Umgang mit freier Software soll vor allem langfristig Vorteile bringen.

Wenn sich einige Jugendliche nach dem Schulabschluss einen Computer leisten können, wird kaum noch das nötige Geld übrig sein, um zusätzlich teure Microsoft-Lizenzen zu erwerben.

Die Produkte aus den Open-Source-Projekten sind dagegen meist kostenlos erhältlich und können so auch später eingesetzt werden.