Computerprobleme bei Bahnticket-Verkauf
Der Fahrkarten-Vorverkauf im neuen Preissystem der Deutschen Bahn ist am Freitag mit Computerproblemen gestartet.
Das System sei zwar am frühen Morgen planmäßig hochgefahren, wenig später aber wegen der "enormen Datenlast" für eine halbe Stunde ausgefallen, sagte ein Konzernsprecher. Der Zeitschrift "Computerwoche" zufolge wird veraltete Technologie der Bahn auch weiterhin Kopfzerbrechen machen.
Das Unternehmen berichtete von einer "regen Nachfrage" nach den Rabatten für Frühbucher, die ab 15. Dezember gelten. Verbraucherschützer warfen der Bahn vor, statt auf persönliche Beratung zunehmend auf Automaten und das Internet zu setzen.
Gehäufte Buchungsanfragen
Die Bahn räumte technische Probleme mit der Datenmasse von 22
Millionen neuen Preisen ein, die erst nach 30 Minuten behoben werden
konnten. Zwischen 10.25 und 10.55 Uhr sei kein Verkauf nach dem
neuen System möglich gewesen, weder in den eigenen Reisezentren noch
in Reisebüros oder per Telefon. Mitarbeiter von Berliner Reisebüros
berichteten, das System sei zu einer Zeit zusammengebrochen, in der
sich durch den Arbeitsbeginn in vielen Büros erfahrungsgemäß die
Buchungsanfragen häuften.
Deutsche Bahn"Tina" ist veraltet
Dem Bericht der "Computerwoche" zufolge arbeitet das neue Buchungssystem "Tina" der Bahn auf einem veralteten Server-Betriebssystem, auf dem kaum moderne Software laufe. Die Informatiker der Bahn hätten zudem auf ein bahneigenes Vertriebssystem aus den neunziger Jahren zurückgreifen müssen.
Die Ungeduld des Bahn-Chefs Hartmut Mehdorn ist demnach dafür verantwortlich, dass "Tina" technologisch nicht auf dem neuesten Stand ist: Die Installation auf einer modernen Plattform hätte viel länger gedauert, und der geplante Start des neuen Preissystems am 15. Dezember wäre nicht möglich gewesen. Bei der Bahn hieß es dazu: Kein Kommentar.
Das Unternehmen berichtete am Freitag, dass rund zehn Prozent der Kunden in den Bahn-Reisezentren bereits Fahrten mit den bis zu 40-prozentigen "Plan&Spar"-Rabatten buchen wollten. Die Nachfrage sei vor allem für die Zeit um die Weihnachtsfeiertage hoch. Die Bahnmitarbeiter und das Personal in den Reisebüros seien jedoch hervorragend vorbereitet. Der Bahn zufolge wurden 44.000 Berater intensiv mit dem neuen System geschult.
