Warten auf Urteil im Kartellrechtsprozess
Im US-Kartellrechtsprozess gegen Microsoft soll heute das Urteil fallen.
Der Richterspruch werde um 16.30 Uhr Ortszeit [22.30 Uhr MEZ] veröffentlicht, teilte das US-Bundesgericht am Donnerstag in Washington mit. Das Justizministerium und neun klagende US-Bundesstaaten werfen dem Softwarekonzern vor, mit dem Einbau immer neuer Elemente in sein marktbeherrschendes Betriebssystem Windows die Konkurrenz auszubooten.
Schnittstellen offen gelegt
Im August bemühte sich Microsoft offensichtlich um die gütliche
Beilegung des Kartellverfahrens und die schnelle Umsetzung der
bisher akzeptierten Auflagen. Der Konzern hatte in diesem
Zusammenhang Informationen zu Schnittstellen [APIs] von Windows 2000
und XP offen gelegt, die bislang undokumentiert waren.
Microsoft gibt Windows-Geheimnisse preisWindows light
Die Kläger fordern, dass Microsoft eine abgespeckte Version von Windows herausbringt, in der etwa der Browser fehlt. Damit soll erleichtert werden, Software anderer Firmen in Windows einzubauen.
Microsoft soll dazu seinen Partnern auch die nötigen technischen Daten liefern, um den Einbau von Software anderer Firmen zu ermöglichen. Das Urteil war ursprünglich schon im Laufe des Sommers erwartet worden.
Die Richterin Colleen Kollar-Kotelly dürfte vermutlich feststellen, ob der Vergleich im öffentlichen Interesse liegt, sagte Staatsanwalt Steve Axinn. Möglich sei auch, dass sie weitergehende Auflagen verhängt. Eine Sprecherin des Justizministeriums wollte sich nicht zu dem anstehenden Urteilsspruch äußern. Ein Microsoft-Sprecher sagte: "Wir warten ab, was die Richterin in diesem Fall entscheiden wird."
"Schädlich für Verbraucher"
Die Rechtsvertreter des Unternehmens lehnen jede Änderung einer
außergerichtlichen Einigung Microsofts mit der Bundesregierung als
unfair und schädlich für Verbraucher ab.
Unversöhnliche Positionen in den Plädoyers
