Gläubiger retten Phenomedia
Die zahlungsunfähige Moorhuhn-Schmiede Phenomedia bekommt eine neue Chance. Die Gläubigerversammlung gab am Donnerstag in Bochum grünes Licht für den Fortbestand der Phenomedia.
Das mit 16 Millionen Euro verschuldete Software-Haus werde in seinem Kerngeschäft Spiele- und Charaktere-Entwicklung mit 30 Beschäftigten weiter arbeiten, teilte der Insolvenzverwalter mit.
Der Börsenkurs schnellte am Vormittag um 66 Prozent auf 55 Cent hoch.
Bilanzfälschungen in Höhe von 11,4 Mio. Euro
Der durch das "Moorhuhn" bekannt gewordene Spieleentwickler war
wegen Bilanzfälschungen im Frühjahr ins Trudeln geraten und hatte
einen Insolvenzantrag gestellt. Seit dem Börsengang im Jahr 1999 hat
Phenomedia in seinen Bilanzen fingierte Rechnungen im Umfang von
22,3 Millionen DM [11,4 Millionen Euro], verbucht.
Phenomedia stellt Insolvenzantrag2002 soll schon Gewinn bringen
Für das laufende Jahr erwartet der Insolvenzverwalter nach der Neuordnung wieder 235.000 Euro Gewinn, im kommenden Jahr eine Millionen Euro.
Der Insolvenzverwalter erwartet zur Schuldenminderung jetzt Steuerrückerstattungen in Höhe der angegebenen Gewinne und Einnahmen aus dem Verkauf der mehr als ein Dutzend Beteiligungen und der Lizenzen.
Ob auch Forderungen gegen die Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaft gestellt werden können, die die falschen Bilanzen genehmigt hatte, sei noch nicht geklärt.
